ATG-Winterlauf als gelebte Integration

Von: Lee Beck
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ATG-Abteilungsleiter Günter D
ATG-Abteilungsleiter Günter Driessen (rechts) überreicht der Lebenshilfe einen Scheck in Höhe von 2500 Euro. Bereits zum siebten Mal hatte die ATG beim Winterlauf 2010 mit der Lebenshilfe zusammengearbeitet. Nun gab es die Belohnung dafür. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. 2500 Läufer haben am Winterlauf 2010 der Aachener-Turn-Gemeinde (ATG) teilgenommen, nun überreichte der Verein der Lebenshilfe Aachen einen Scheck über ebenso viele Euro.

Denn bereits zum siebten Mal kooperierten die ATG in Sachen Winterlauf mit der Lebenshilfe und sammelte pro Starter einen Euro für den guten Zweck ein. Deswegen stelle die Spende auch keine Almosen dar, sondern sei ein Zeichen hervorragender Zusammenarbeit, wie Günther Driessen, Organisationsleiter des Winterlaufs, bei der Scheckübergabe betonte.

Doch die Unterstützung beruht auf Gegenseitigkeit. Denn die Lebenshilfe hatte an der Strecke einen Versorgungsstand eingerichtet, an dem sie die Läufer mit Wasser beziehungsweise Tee versorgte. Zudem stellte sie in der Werkstatt hergestellte Holzbuden zur Verfügung, die dann für organisatorische Zwecke genutzt wurden und organisierte die „After-Race-Party” im Lebenshilfe-Haus.

Eigene Walkinggruppe

Am Lauf selbst hatte aber auch eine Mannschaft der Lebenshilfe- Einrichtung teilgenommen. „Wir haben hier eine Walkinggruppe, die über das ganze Jahr hinweg trainiert. Da aber die 18 Kilometer für die einzelnen Gruppenmitglieder nicht zu schaffen waren, sind sie als Staffel gelaufen”, erklärte Johannes Gode, Vorstand der Lebenshilfe.

Hilde Bärnreuther, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe, fügte hinzu: „Es ist immer wieder toll; die Bewohner unserer Einrichtung laufen mit ihren Betreuern und bekommen Beifall und werden auf der Strecke angefeuert - das macht sie fröhlich und gibt ihnen Motivation. Jeder redet von Integration und ich finde, wir können den Winterlauf als gelebte Integration von Behinderten bezeichnen.”

Positive Erlebnisse

Die Teilnahme der Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtung sei kein Vorführen von Menschen mit Handicap, sondern ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderungen, das positive Erlebnisse für beide Seiten mitbringe, wie Driessen betonte. Viele der Läufer berichteten, dass sie erst beim Lauf ihrer eigenen Selbstständigkeit bewusst geworden seien und zu schätzen lernten, dass ihr Körper gesund sei und sie diese Strecke ohne Hilfe bewältigen könnten.

Da das Geld der ATG bei einem sportlichen Freizeitangebot zusammengekommen sei, komme es auch Freizeitangeboten im sportlichen Bereich für die Lebenshilfe-Bewohner zugute, kündigte Hilde Bärnreuther an. „Die Walkingguppe braucht immer neue Kleidung oder Startgelder für Läufe. Außerdem bieten wir auch therapeutisches Reiten sowie Sportkurse im Haus an”, fügte sie hinzu.

Auch in diesem Jahr werde es am dritten Adventssonntag wieder einen Winterlauf geben, informierte Driessen und fügte hinzu: „Natürlich in Kooperation mit der Lebenshilfe Aachen. Wir freuen uns schon sehr auf dieses nächste gemeinsame Event.”
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