Aachen - Armut alleine ist kein Grund für Hunger

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Armut alleine ist kein Grund für Hunger

Von: Jule Klieser
Letzte Aktualisierung:
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Arbeiten daran, die Not vieler Menschen zu lindern: Teilnehmer der Diskussionsrunde „Aachen macht satt”, die von Julia Frambach (3.v.l.) initiiert wurde. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Aachen macht satt” heißt eine Aktion, die von Julia Frambach gegründet und jetzt in der Rosfabrik beim Sozialwerk Aachener Christen offiziell eröffnet worden ist. Sie soll Kräfte bündeln und Ideen sammeln, damit Kindergarten- und Schulkinder, die Mangel leiden, in den Einrichtungen besser versorgt werden.

„Wir wollen gemeinsam nicht mehr wegsehen”, lautet die Devise von Frambach. Sie ist auch stellvertretende schulpolitische Sprecherin der Aachener FDP, ihr Engagement will sie aber nicht parteipolitisch verstanden wissen. Zur ersten Veranstaltung am Dienstag hatte sie Vertreter von Initiativen eingeladen, die schon in dem Bereich engagiert sind oder die sich mit der Materie auskennen.

Es sei ein Skandal, dass es in Aachen überhaupt Kinder gibt, die ohne Frühstück oder warmes Mittagessen ihren Tag verbringen, war man sich einig. „Wir wollen nicht nur die Leute mit dem Geldkoffer sein, sondern fragen: Warum können Eltern nicht das Essen für ihre Kinder bezahlen?”, brachte Hans-Peter Leisten eine zentrale Frage auf den Punkt. Der Redakteur Leisten leitet federführend die Aktion „Aachener Kindern den Tisch decken”. Sie sammelt Spenden für Einrichtungen, in denen es hungrige Kinder gibt.

„Wie kann man Eltern dazu bringen, die Grundbedürfnisse ihrer Kinder zu erfüllen?”, ist auch für Andreas Biener, Leiter der Grundschule Driescher Hof, eine wichtige Frage. An seiner Schule hatte er zuerst ein gemeinsames Frühstück eingeführt, weil immer mehr Kinder ohne Frühstück zum Unterricht kamen. Jetzt wird die Schule von dem Verein „breakfast4kids” mit Brötchen versorgt.

„Helfen wir den Leuten, wenn wir ihnen etwas zu essen geben?” hatte sich Stefan Küpper, Leiter der Jugendeinrichtung Maria im Tann, schon in Südamerika gefragt, wo Hunger noch eine ganz andere Brisanz hat. „Ist es so, dass man mit Hartz IV das Essen tatsächlich nicht bezahlen kann?”, fragte Küpper weiter. Er wisse von Eltern, die nicht mit Geld oder nicht mit Essen umgehen könnten, die nicht wüssten wie man kocht oder Nahrung bereitet. In Erziehungsseminaren in seiner Einrichtung gebe es auch Kochkurse, teilweise mit dem Ziel, mehr Kommunikation aufzubauen. „Das kann dazu beitragen, dass die Familie ihre Aufgabe wieder übernehmen kann.”

Silke Bührmann, Leiterin des Familienzentrums in der Aretzstraße, appellierte an die Zuhörerschaft, über Eltern nicht zu urteilen. „Jedes Elternteil liebt seine Kinder und will das beste für sie. Aber einige wissen nicht, was das beste ist, weil sie auch nicht gut für sich selbst sorgen können, sondern in schweren Krisen stecken”.

Fazit: Es wird zwar weiterhin Geld benötigt, um den Hunger von Kindern zu stillen. Gleichzeitig gilt es auch, Eltern mit einzubeziehen und Ursachen zu suchen. „Wir müssen alle Mutmacher sein. Viele Eltern sind vielleicht froh, wenn man auf sie zukommt und das Problem einmal anspricht”, so Hans-Peter Leisten.

„Wir wollen hiermit etwas anfangen, was weiter geht und einen Lenkungskreis ins Leben rufen”, beschloss Moderator Markus Lube von der Stadtschulpflegschaft die Veranstaltung.
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