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Armin Laschet und Peter Maffay diskutieren über Zuwanderung

Von: Jan Mönch
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Die Freunde Peter Maffay (links) und Armin Laschet - Zuwanderer der eine, Integrationsminister der andere - diskutieren gemeinsam über das Thema Zuwanderung und Integration. Foto: Heike Lachmann

Aachen. An das erste Erwachen in der neuen Heimat kann Peter Maffay sich noch erinnern, als sei es noch gar nicht so lange her. „Es war ein Abenteuer”, blickt der heute 60-Jährige zurück auf die Zeit, als er mit 14 Jahren nach Deutschland kam. Später sollten sich seine Alben millionenfach verkaufen, das Abenteuer nahm einen positiven Verlauf.

Über das Thema Zuwanderung diskutierte Maffay am Mittwoch in den Kurparkterrassen mit NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU). Letzterer hat kürzlich das Buch „Die Aufsteigerrepublik - Zuwanderung als Chance” veröffentlicht. Die Inspiration zum Titel kam aus Israel. Denn die hebräische Bezeichnung für Zuwanderer heiße wörtlich übersetzt „Aufsteiger”.

Und dem optimistischen Buchtitel wird inhaltlich sehr wohl entsprochen. Dennoch: Laschet hätte „Die Aufsteigerrepublik” kaum verfasst, wenn jede Integration nur halb so erfolgreich verlaufen wäre, wie die seines sozial engagierten Duzfreundes Peter Maffay.

Der im rumänischen Siebenbürgen geborene Musiker jedenfalls hat auch nach 40 Millionen verkauften Platten seine Herkunft nicht vergessen: „Ich bewundere den Mut meiner Eltern, die irgendwann - wahrscheinlich hauptsächlich wegen mir - gesagt haben: "Wir verlassen unsere Heimat."” Mit Blick auf die Integrationsdebatte sagte Maffay: „Oft ist Angst der Grund, dass wir nicht aufeinander zugehen. Wenn wir keine Angst haben, fällt es uns viel leichter, miteinander zu reden.”

Eine Ansicht, die Armin Laschet bei der von der Zukunftswerkstatt Aachen organisierten Veranstaltung teilte. Und der Chef der Aachener CDU wehrte sich in den Kurparkterrassen heftig gegen die Ansicht, dass das Integrationsproblem ein religiöses sei. „Es gibt eine verbreitete Sorge vor Überfremdung, die sich vor allem am Islam festmacht”, las der wenige hundert Meter weiter im Marienhospital geborene CDU-Mann aus seinem Buch vor.

Vielmehr aber sei die heutige Trennlinie zwischen den muslimisch und christlich geprägten Teilen der Gesellschaft bereits ab den 1950er Jahren von der Regierung Adenauer gezogen worden als die sogenannten Gastarbeiter millionenfach aus der Türkei und anderen Ländern angeworben worden seien.

Als Gastgeber hätten anschließend beide politischen Lager in Deutschland kläglich versagt. Rechts habe man den Bedarf nach Integrationsarbeit nicht erkannt. Und links habe man nicht wahrhaben wollen, dass durchaus Anforderungen an die Einwanderer gestellt werden dürfen: „Wir haben uns durch jahrzehntelange Realitätsverweigerung an den Aufstiegschancen der Einwandererkinder versündigt.”

Dazu, das Versäumte aufzuarbeiten, soll Laschets Buch einen Beitrag leisten: Der dem Autor zustehende Anteil der Einnahmen geht komplett an ein Kölner Jugendprojekt.
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