Armada von Baggern ebnet dem Campus Westbahnhof den Weg

Von: Stephan Mohne
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Nicht mehr viel übrig: Das ehemalige Empfangsgebäude des Westbahnhofs wird dem Erdboden gleichgemacht. Dort entsteht zunächst ein provisorischer Bau mit zwei Hörsälen. Foto: Michael Jaspers
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Gleise raus: Auf einer Länge von rund drei Kilometern werden die Bahnanlagen zurückgebaut. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Jüngst wurden in dem Gebäude noch fetzige Feten gefeiert. Jetzt rotieren am Republikplatz die Bagger. Das ehemalige Empfangsgebäude des Westbahnhofs wird dem Erdboden gleichgemacht. Doch das ist nur ein kleiner Teil dessen, was sich derzeit auf dem Bahnhofsgelände tut.

Eine Armada von Baumaschinen frisst sich in die Erde. Gleise werden auf einer Länge von drei Kilometern herausgerissen, Boden gleich zugweise abtransportiert. Die Deutsche-Bahn-Tochter „DB Netze“ ist damit beschäftigt, aus dem Bahnhofsgelände ein Ex-Bahnhofsgelände zu machen. Denn genau dort soll in nicht ferner Zukunft der Campus Westbahnhof entstehen. Zumindest gilt das für 250.000 Quadratmeter und damit rund 40 Prozent des Geländes. Der Rest bleibt Bahngelände.

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, der der Bahn wegen des Campus-Projekts die benötigten Grundstücke vor rund fünf Jahren abkaufte, hatte seinerzeit mit einem Abzug der Bahn bereits 2009 gerechnet. Für 2011/12 hatte man den Start der Arbeiten für den Campus ins Auge gefasst. Nun geht es tatsächlich los – zumindest mit den Aufräumarbeiten. Gerechnet wird im Bereich Campus West mit Investitionen von rund einer Milliarde Euro. An den Kosten für die Erschließung, die den Bahnarbeiten in nicht ferner Zukunft folgen soll, beteiligt sich auch die Stadt mit mindestens 15 Millionen Euro.

Schon deutlich vor allem anderen wird es einen Neubau am Republikplatz an der Stelle der früheren Empfangshalle geben. Ihre Vorgängerin wurde wie der Westbahnhof – der Nachfolger des Bahnhofs Templerbend, der zwischen Templergraben und Turmstraße stand – im Oktober 1910 eröffnet, im 2. Weltkrieg zerbombt, dann schlicht wieder aufgebaut und Ende der 1990er Jahre außer Dienst gestellt.

Gleich nach ihrem Abriss wird die RWTH dort zwei Millionen Euro investieren (müssen) – für ein Provisorium. Im Frühjahr wird eine Leichtmetallkonstruktion für zwei Hörsäle mit je 500 Plätzen errichtet. Ab Wintersemester 2013/14, wenn der große Studentenansturm erwartet wird, soll dort gelehrt werden. „Allerdings nur ein Jahr“, wie Thomas von Salzen von der RWTH-Presse-stelle erklärt. Dann nämlich hofft man, dass der arg in Zeitverzug geratene Bau des neuen großen Hörsaalzentrums in direkter Nachbarschaft an der Classenstraße endlich fertig ist.

Später wird das Gelände sozusagen den schmalen Eingang in den Campus West von der Innenstadtseite bilden. In den bisherigen Planungen war hier ein Neubau vorgesehen, in dem öffentliche Funktionen – etwa eine Bibliothek oder auch ein Kongresszentrum – Platz finden könnten. Dahinter öffnet sich das Gelände. Dort sollen die Forschungscluster, teils aber auch Wohnbebauung entstehen. Nebenan verlaufen weiter die für den Güterzugverkehr rege genutzten Gleise – und auch die Personenzugstrecke Aachen-Mönchengladbach auf der anderen Geländeseite bleibt natürlich.

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