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Argumente trainieren gegen Rassismus und rechte Parolen

Von: mg
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Aachen. Argumente gegen rassistische Sprüche und rechte Parolen: Wie man Fremdenfeindlichkeit und Hetze entgegentritt, kann man am kommenden Samstag bei der 7. Regionalkonferenz „Aktiv gegen Rechts“ trainieren.

Die Konferenz, die diesmal wieder in Aachen tagt und von rund 70 Institutionen und Organisationen aus der Region getragen wird, steht unter dem Motto „Flüchtlinge schützen! Für ein Europa ohne Nationalismus, Militarismus und Rassismus“.

Sie findet am kommenden Samstag, 24. Oktober, von 10 bis 16 Uhr in der Volkshochschule, Peterstraße 21-15, statt. Schirmherr ist Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Die Vertreter des Vorbereitungskreises weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Konferenz für alle Interessierten offen ist. „Alle sind eingeladen, und man muss sich auch nicht anmelden“, sagt Dominik Clemens, von der Fach- und Koordinierungsstelle gegen Rechtsextremismus.

„Wir haben es in Aachen geschafft, den offen aggressiven Neonazismus zurückzudrängen“, sagt Clemens. Auf der anderen Seite aber seien bis Mitte Oktober deutschlandweit bereits 500 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte registriert worden, „eine Welle rechten Terrors“. Mit Betroffenheit reagieren auch die Organisatoren der Regionalkonferenz auf die Attacke auf die Kölner OB-Kandidatin Henriette Reker am Samstag.

„Zug der Erinnerung“

Wie kann Erinnerungsarbeit aussehen, wenn irgendwann keine Zeitzeugen mehr leben? Um diese Frage geht es im Vortrag über den „Zug der Erinnerung“ am Vormittag (10.30 bis 12 Uhr). Die rollende Ausstellung, die von 2007 bis 2013 auch an Bahnhöfen in Aachen und der Region Station machte, erinnert an die Deportation von Hunderttausenden Kindern auf dem Schienennetz der Reichbahn in die Konzentrationslager der Nazis.

„Diese Ausstellung ist ein gutes Beispiel für Erinnerungsarbeit, die in die Zukunft verweist“, sagt Kurt Heiler, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes/ Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA). Denn die Bürgerinitiative „Zug der Erinnerung“ kämpfe heute zusammen mit der jüdischen Gemeinde im griechischen Thessaloniki für eine Entschädigung der Opfer der dortigen Massendeportationen. Der Publizist und Regisseur Hans-Rüdiger Minow, der den „Zug der Erinnerung“ mit organisiert hat, wird das Projekt vorstellen.

In vier Gruppen kann ab 13.30 Uhr an konkreten Fragen gearbeitet werden: Mit dem Aachener Politikwissenschaftler Alban Werner geht es zum Beispiel um die AfD und andere Rechte in den Kommunalparlamenten der Region. „Es ist wichtig, Strategien für den Umgang zu entwickeln“, betont Clea Stille, Jugendbildungsreferentin beim Deutschen Gewerkschaftsbund, Region NRW Süd-West. Strategien kann man auch in der AG „Argumente gegen Rassismus und rechte Parolen“ mit Dr. Stefan Kirschgens, Aachen, erarbeiten.

Arbeitsgruppe 3 befasst sich mit der Diskussion um den Volkstrauertag als „Heldengedenktag“, und in Arbeitsgruppe 4 stellt Udo Wilschewski vom Kinderheim in Burtscheid neue Herausforderungen an die Arbeit mit Flüchtlingen zur Diskussion.

Mit Berichten aus den Arbeitsgruppen und der Schlusserklärung schließt die 7. Regionalkonferenz „Aktiv gegen Rechts“ um 15.30 Uhr. „Neonazis und andere Rechtsextreme sind ausdrücklich nicht willkommen“, betonen die Organisatoren.

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