Arbeiterwohlfahrt fordert Mindestlohn für Sozialberufe

Von: Georg Dünnwald
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AWO-Geschäftsführer Hermann Linnemann (links) und Kreisvorsitzender Karl Schultheis hantierten auf dem Karlsgraben selbst mit Leim und Schrubber, um das Plakat aufzuhängen. Die AWO fordert Mindestlöhne für Sozialberufe. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Zuwendung heißt bei uns auch eine faire Entlohnung”, steht auf dem Plakat der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Die AWO wirbt in Aachen auf zehn Plakatwänden mit verschiedenen Motiven für den Mindestlohn.

Kreisvorsitzender Karl Schultheis und Geschäftsführer Hermann Linnemann sind stolz, dass die Arbeiterwohlfahrt ungelernten Kräften, die im Pflegebereich und in Kindertagesstätten arbeiten, 8,83 Euro zahlt. „Die AWO geht mit gutem Beispiel voran”, sagt SPD-OB-Kandidat Schultheis.

Der AWO-Bezirk Mittelrhein übernahm die Initiative, der Kreisverband Aachen-Stadt zog mit, jetzt wird die Forderung nach einem Mindestlohn im Sozialbereich bundesweit von der Arbeiterwohlfahrt erhoben.

Schultheis betont: „Jeder muss von seiner Arbeit leben können.” Linnemann hebt hervor: „Mit einem Mindestlohn wird auch die Zahl der Aufstocker, das sind die Leute, die zusätzlich zum Lohn noch Hartz-IV-Mittel beziehen, erheblich zurückgehen.”

Seine Organisation habe längst mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag, in dem der Mindestlohn garantiert werde.

Die Arbeiterwohlfahrt will nicht mitmachen bei dem System, in dem unterbezahlte Menschen in die Armut schlittern. Schultheis: „Es geht um das Existenzminimum vieler Familien. Lohnarmut führt zu Kinderarbeit und mündet in Altersarmut.”

Die AWO spüre als einer der größten Anbieter sozialer Dienstleistungen in ihren Einrichtungen, Diensten und Beratungsstellen jeden Tag. Mindestlöhne würden einen fairen Wettbewerb schaffen „und sichern die Qualität sozialer Arbeit” betont Schultheis.

„Mindestlöhne sorgen dafür, dass soziale Arbeit auf einem konstant hohen Niveau bleibt und diejenigen unserer Gesellschaft davon profitieren, die besonders auf menschliche Zuwendung angewiesen sind, nämlich die Kinder, alte Menschen und Menschen mit Behinderung”, stellt AWO-Geschäftsführer Hermann Linnemann mit Nachdruck fest.
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