Aachen - Arbeiten für die „rettende Hand” starten

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Arbeiten für die „rettende Hand” starten

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Für geplante sieben Millionen Euro wird ein außergewöhnlicher Hubschrauberlandeplatz in rund 15 Metern Höhe direkt vor dem Eingang der Uniklinik entstehen. Entwurf: OX2architekten

Aachen. Es mag auf den ersten Blick so aussehen wie ein Bahnhof für Außerirdische, bereit für Raumschiffe aus dem Weltall. Doch das futuristisch wirkende Teil, dessen Bauvorbereitungen ab Montag vor dem zentralen Eingang des Uniklinikums starten, ist ein Landeplatz für Hubschrauber.

Damit der etwa 1200 Quadratmeter große Landeteller gebaut werden kann, räumt man ab Montag zunächst störende Einrichtungen vor der Klinik weg. Damit „in Kürze” die rund neunmonatigen Bauarbeiten beginnen können, muss einiges geregelt werden, teilte die Sprecherin des Uniklinikums Angelika Christ mit.

So wird die rechte (östliche) Hälfte des Vorplatzes völlig gesperrt. Der Taxistand, den die Besucher bisher davor stehend rechts vom Eingang des Krankenhauses fanden, wird in Teilen in die erste Parkspange des vorgelagerten Parkplatzes verlagert, und zwar in den Bereich, der kostenfrei genutzt werden kann.

Weitere Taxiplätze

Zusätzlich muss die Bushaltebucht an der Fußgängerampel Platz abgeben für zwei weitere Taxiplätze, damit eine möglichst nahe Anfahrt gewährleistet ist.

Nicht betroffen ist die Zufahrt der Notaufnahme, die auch für die Ankunft von Gehbehinderten und für Patienten der Klinik für Strahlentherapie genutzt wird. Hier kann weiterhin problemlos vorgefahren werden, Ein- und Aussteigen bleibt möglich.

Haltestelle verlagert

Der kleine Parkplatz daneben allerdings, auf dem bislang Taxen und familienzugehörige Privatchauffeure warten konnten, entfällt. Der Platz wird für die Zufahrt zur Notaufnahme im Souterrain benötigt.

Zu den Bussen: Die Haltestelle H1 wird nach Westen verlagert, die Buslinien 5 und 45 werden gegenüber „in den kostenlosen Parkreihen” der Pauwelsstraße abfahren. Haltestelle H2 für die Linien 3A, 3B, 32, 33, 4, 70 und N4 bleibt, wo sie heute ist.

Der „eigentliche Baubeginn” für den Landeplatz, der nach Angaben der Architekten „respektvoll” mit dem Riesenbau Klinikum umgehen soll, ist auf Mitte bis Ende April terminiert.

Am Montag nun muss zunächst der Fahrradständer rechts vom Haupteingang der bevorstehenden Helikopter-Baustelle weichen. Er soll in Richtung Brunnen verlagert werden. Später dann wird ein Loch für die Fundamente gebuddelt, die Teile der vorgefertigten Stahlkonstruktion werden an Ort und Stelle zusammengebaut. Busse, Taxen und Pkw werden nach Fertigstellung des Pilzes unter der Plattform durchfahren können.

Freischwebender Sockel

Dabei wird die Helikopter-Hand auf einem freischwebendem Sockel ruhen. Die Stahlbetonfläche ist an den Seiten mit dem psychedelischen Grünton der Uniklinik umsäumt.

Oben wird es eine Lande- sowie eine Parkfläche für ein zweites Fluggerät geben. Das sei notwendig, falls etwa Spenderorgane für Schwerverletzte gleichzeitig mit den Unfallopfern ankommen sollten, hieß es in der Verlautbarung der Klinik.

Die Unfallopfer oder schwer kranken Patienten sollen dann mit einem „Schrägaufzug” von der Plattform in die Notaufnahme im Untergeschoss verbracht werden, was in rekordverdächtigen 46 Sekunden bewältigt werden kann. Die Operationssäle liegen übrigens auf demselben Niveau wie die Notaufnahme, die Wege verkürzen sich also.

Weiterer Vorteil: Die unter Umständen problematische Umbettung von Schwerverletzten, wie sie zur Zeit noch praktiziert wird, soll dann entfallen.

Angeflogen wird der Landeplatz künftig vom Aachener ADAC-Rettungshubschrauber Christoph-Europa I, von seinem Kollegen Christoph III aus Köln und von Christoph Rheinland aus Düsseldorf.

Das vom Aachener Büro „OX2architekten” (Ina-Marie Orawiec und Prof. Marcin Orawiec) entworfene Plateau in knapp15 Metern Höhe wird etwa sieben Millionen Euro Kosten verursachen. Es wird im Volksmund bereits die „Hand Gottes” genannt, für die ja eigentlich der einstige Fußballgott Diego Maradona schon jede Menge Schlagzeilen gemacht hat.

Günstiger Anflugwinkel

Der jetzt startende Bau - beauftragt ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW - vor der Front des Großkrankenhauses auf Melaten ist wegen der seit 2005 geltenden neuen Luftfahrtbestimmungen aus Brüssel nötig geworden.

Danach muss die „rettende Hand” eine Mindesthöhe von 14,5 Metern erreichen, damit in einem eventuellen Havariefall des Fluggerätes noch ein günstiger Anflugwinkel vorhanden ist - heutzutage landen die Hubschrauber einfach auf dem asphaltierten Erdboden.
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