Aachen - Arbeit im Wandel: Schüler blicken hinter die Kulissen von Firmen

Arbeit im Wandel: Schüler blicken hinter die Kulissen von Firmen

Von: Nina Krüsmann
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IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen (links) gratulierte Eva-Maria Dittmer von der Hugo-Junkers-Realschule (2.v.r). und ihren Schülern zur „Kurs“-Auszeichnung. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Arbeitswelt in Zeiten des demografischen Wandels ist längst auch Thema in den Schulen: Eine rechtzeitige Vorbereitung auf den Einstieg ins Berufsleben und die Beschäftigung mit den Anforderungen des heutigen Arbeitsalltags sind wichtig.

Im letzten Jahr hatte die Initiative „Kurs“ (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) zahlreiche Schüler in der Städteregion zur Teilnahme am Jahresthema „Arbeit im Wandel“ aufgerufen.

Die Jugendlichen haben daraufhin bei ihren jeweiligen Partnerunternehmen in Erfahrung gebracht, wie sich die Arbeitswelt in den vergangenen Jahren entwickelt und verändert hat, welche Herausforderungen auf die Beschäftigten zugekommen sind und welche Erwartungen, Chancen und Perspektiven sie für die Zukunft sehen. Dabei haben sich die Schüler der Hugo-Junkers-Realschule in Aachen und des Heilig-Geist-Gymnasiums (HGG) in Würselen besonders hervorgetan.

Ihre Beiträge wurden jetzt bei einer Feierstunde in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen von Geschäftsführer Heinz Gehlen gewürdigt. „Den Jugendlichen ist klargeworden, dass sie sich stetig fortbilden müssen, um den Anforderungen in einer sich schnell ändernden Arbeitswelt gerecht zu werden“, sagte Lehrerin Eva-Maria Dittmer, die mit ihrer Klasse 10a von der Hugo-Junkers-Realschule teilgenommen hat. Ein weiterer Aspekt sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Betriebe müssten in dieser Hinsicht flexibler werden und zum Beispiel entsprechende Betreuungsangebote schaffen, um die Bedürfnisse junger Familien zu berücksichtigen – auch mit Blick auf einen möglichen Fachkräftemangel.

Mehr als eine Schülerjobbörse

Die Realschüler hatten ihre Aachener „Kurs“-Partner, Kaufland Warenhandel und Zentis, nach den Chancen und Herausforderungen für Jugendliche, nach dem Umgang mit älteren Beschäftigten und nach Familienfreundlichkeit gefragt. Die Klasse 9 des HGG hatte mit der Firma Lancom Systems in Würselen zusammengearbeitet.

Die Beschäftigung der Schüler mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fragestellungen sei wichtig und von Nachhaltigkeit geprägt, erklärte IHK-Geschäftsführer Gehlen: „Das ist der Unterschied zum Beispiel zu Schülerjobbörsen. Das ‚Kurs’-Projekt findet Einzug in den Lehrplan und ist Unterrichtsgegenstand.“ Die HGG-Schüler stellten laut Betreuungslehrerin Hildegard Irnich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heraus. Die Schüler Patrick, Tim, Pascal und Lukas erwarten etwa von einem Unternehmen, dass es die sozialen Bedürfnisse seiner Beschäftigten ernst nimmt und mit ihnen gemeinsam Verbesserungen plant. Familienfreundlichkeit gehöre unbedingt dazu.

„Dieser Dialog zwischen Schule und Betrieb ist herausragend und bringt Vorteile für beide Seiten“, lobte Gehlen. Auch Schulrat Wolfgang Müllejans war beeindruckt von den Ergebnissen der mittlerweile mehr als 50 „Kurs“-Partnerschaften in der Städteregion: „Die Motivation der Schüler steigt, wenn sie sich direkt in den Betrieben mit Vertretern der Unternehmen austauschen.“ Für ihre besonderen Leistungen erhielten die Schüler neben einer Urkunde einen Geldbetrag für die Klassenkasse. Im September ruft „Kurs“ zu einer neuen Runde im Wettbewerb auf.

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