Aachen - Aprilwetter macht polnischem Sommerfest zu schaffen

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Aprilwetter macht polnischem Sommerfest zu schaffen

Von: Jan Mönch
Letzte Aktualisierung:
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Polnische Klänge am Dreiländereck: Bei der „Polregionale” geben die in der Euregio lebenden Polen einen Einblick in ihre Kultur und ihr Leben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wenn Jolanta Róza Kozlowska in jungen Jahren von Freiburg aus in Richtung ihrer polnischen Heimat fuhr, hatte sie stets Herzklopfen. Nicht der Vorfreude wegen, sondern aus Unbehagen vor der bevorstehenden Überschreitung der Grenze. „Man wusste nicht, was geschehen würde. Ich habe mich damals immer schon gefragt, warum die Grenze ein so schrecklicher Ort sein muss.”

Mit „damals” meint Jolanta Róza Kozlowska die achtziger Jahre. Heute ist sie polnische Generalkonsulin in Bonn und besuchte Sonntag am Dreiländereck die „Polregionale”. Diese wurde zum dritten Mal vom Verband der in der Euregio lebenden Polen, der Polregio, organisiert, um den belgischen, den deutschen und den niederländischen Mitmenschen ihre Kultur näherzubringen. 3000 Gäste hatten Renate Thiele und Wieslaw Lewicki im vergangenen Jahr begrüßt, 5000 in diesem Jahr erwartet. Das ist wegen des Aprilwetters am 2. Mai freilich nicht ganz geglückt - zumindest zeitweise fiel polnisches Essen bei polnischer Musik dem Aachener Wetter zum Opfer.

Beirren lassen werden sich die Macher des Sommerfests davon nicht. „In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass auch andere Gefallen an unserer Kultur finden”, freut sich Renate Thiele über das Zusammenleben mit den Menschen in der Euregio. Sie selbst lebt seit 22 Jahren in Deutschland.

Der 2. Mai, Vortag des polnischen Nationalfeiertags, ist seit 2002 den Polonia, den jenseits ihrer Heimat lebenden Polen, gewidmet. „Wir Polen leben damit die Verbundenheit mit unserem Mutterland”, sagt Jolanta Róza Kozlowska. „Nur wenige Prozent haben im letzten Jahrhundert ihre Heimat wegen der Wirtschaft verlassen. Die meisten waren Emigranten, die die Freiheit gewählt haben.”

Eine Freiheit, die sie hinter dem Eisernen Vorhang nicht gewährt sahen. Heute werde einerseits die Verbundenheit mit dem Herkunftsland wieder enger, andererseits der europäische Gedanke immer aktiver ausgelebt. Jolanta Róza Kozlowska ist sich sicher: „Ich vertrete eine Generation, die sich nie anders gefühlt hat, als Europäer.”
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