Appell zum Aschermittwoch der Künstler: Örtliche Größen vernetzen

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
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Die Macher des „Aschermittwoch der Künstler” (v.l.): Professor Fritz Rohde (2. Vorsitzender BBK), Karl von Monschau (Kurator im Baukunstwerk St. Fronleichnam) und Professor Wolfgang Becker. Foto: Andreas Hermann

Aachen. Die Predigt für die Künstler kam nach der Predigt für die gläubigen Katholiken, die sich in der Fronleichnamskirche ihr Aschenkreuz abholten. Eine halbe Stunde lang hatte Professor Wolfgang Becker, einst Leiter des Ludwig-Forums, Zeit, um in guter alter Aschermittwochs-Tradition Einkehr zu gebieten.

Doch statt Spott wie bei den Politikern gab es fast eine Vorlesung über professionelles Künstler-Verhalten - Marketing und Politik statt Verkümmerung und Orientierungslosigkeit.

Gut besetzt mit meist Künstlern und Kunstfreunden war die wohl schönste Kirche Aachens zur Rede des Alt-Gurus, der seit Jahr und Tag zur „Kunst-Gemeinde” spricht. Gerade angesichts der Aachener Künstlerszene tut es wirklich Not, ein paar klare Worte hinsichtlich Präsentation und Wirkung zu sprechen. Becker erinnerte an einen Satz Richard Longs, nach dem jeder gute Künstler zuerst und hauptsächlich ein lokaler Künstler ist.

Hier gilt es nun, die Strahlkraft der „Local Heroes” professionell zu vermarkten, indem man etwa Solidargemeinschaften und Netzwerke bildet, sich einer Lobby bedient und professionelle PR betreibt. Anreize und Potenziale bieten derzeit die Umbrüche etwa in der RWTH, die mit ihrem ehrgeizigen Erweiterungsplan auch Spielräume für Kultur sieht, und die Euregio Maas-Rhein mit ihren interkulturellen Programmen. Immerhin will Aachen mit Maastricht Kulturhauptstadt Europas 2018 werden.

Becker forderte die Künstler auf, das Gespräch zu suchen, Synergien zu nutzen und sich auf ihre Stärken zu besinnen. Er zitierte Robert Browning: „Aufmerksamkeit gilt den gefährlichen Rändern der Dinge: dem ehrlichen Dieb, dem zärtlichen Mörder, dem abergläubischen Atheisten.” Künstler und Physiker Ice Theodorescu freute sich über Beckers Rede: „Er hat eine Analyse gemacht, die zeigt, was die Zukunft von uns verlangt. Wir müssen zusammen arbeiten, und wir brauchen think tanks, in denen wir professionell zusammen denken. Als Ort für eine Veranstaltung wie heute ist die Kirche perfekt, aber denkbar wäre auch die Sakralität einer Bank.”
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