Anwohnerschutz hat sich bei der Premiere bewährt

Von: Wolfgang Schumacher
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Personalausweis zeigen: Laut Stadt haben sich die Anwohner-Schleusen rund um den Tivoli am Montag „bewährt”. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Verhagelt bis desaströs war die Heimpremiere am Montagabend im neuen Alemannia-Stadion, dazu kam das fatale Unglück eines Gästefans. Am Tag danach stellte sich die bange Frage, „wie glimpflich ging das mit dem Verkehr am neuen Stadion ab?”

Die Sammlung von Antworten war vielschichtig, Beschwerden wie Lob lagen dicht beisammen. So wird am kommenden Freitag ein Koordinierungstreffen der beteiligten Akteure Stadt, Alemannia und Polizei viel zu besprechen haben. Eine erste Bestandsaufnahme ergab ein Bild, das ab 23 Uhr ein schnelles Abfließen der Pkw stadteinwärts bereits durchaus möglich war, die Schlangen in Richtung Würselen mit der dortigen Autobahnauffahrt hatten zu dieser Zeit allerdings noch Bestand.

Die Situation für die Aseag hatte sich eine Stunde nach Spielende bereits entspannt - bei etwa zehntausend Fans mehr als am alten Tivoli ein durchaus guter Wert. Doch davor wurde es, berichten Fans, richtig eng und ungemütlich an den Bushaltestellen.

Ein Vater mit einem fünfjährigen Sohn formulierte es so: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ohne Rücksicht auf Verluste quetscht man sich ins Fahrzeug. Selbst auf Kinder nimmt niemand Rücksicht.” Gegen den Vorwurf, die Aseag habe zu wenig Helfer vor Ort zur Verfügung gestellt, wandte sich Aseag-Sprecherin Anne Linden: „An der Tivoli-Haltestelle standen von uns 14 Kräfte, darunter Verkehrsmeister und Service-Mitarbeiter.”

Mit ihren 40 Gelenkbussen (früher 24) transportierte die rote Flotte in einer Stunde 12.000 Fans ab, am alten Stadion waren es 8000 Fans innerhalb von von 45 Minuten. Linden bemerkte, dass die Heimniederlage für die Stimmung nicht gerade förderlich war. Auch die Busse hätten bei ihrer leeren Rückfahrt zum Tivoli vereinzelt im Stau gestanden, Folge waren etwa zehnminütige Verspätungen. Erstaunlicher Lernprozess: Die großen Parkplätze und das neue Parkhaus waren nicht komplett ausgelastet, dafür gab es mehr Betrieb am „Starfish” sowie im Stawag-Parkhaus.

Das sechsmonatige Pilotprojekt „Anwohnerschutz-Konzept-Tivoli”, in dessen Rahmen beliebte „Parkstraßen” in Stadionnähe abgeriegelt und mit Zufahrtsschleusen für Anwohner kontrolliert von Verkehrskadetten ausgestattet sind, hat sich nach Dezernentin Gisela Nacken bewährt. „Wir werden demnächst die provisorischen Baken durch herausnehmbare Poller ersetzen. Was auch der federführende Projektleiter Wolfgang Sanders bestätigte: „Die Annahme war positiv”. Die Straßensperren sind drei Stunden vor jedem Heimspiel eingerichtet und sollen 15 Minuten nach Anpfiff wieder aufgehoben werden.

Im Verkehrsausschuss am Donnerstag wird voraussichtlich beschlossen, pro Familie zwei Besucherparkschein auszuteilen. Mittwoch kommender Woche beschließt in dieser Sache die Bezirksvertretung Mitte. Ein „vergessenes Kind” in diesem Bereich ist die Rolandstraße, die nach wie vor von parkenden Fans überflutet wird. Die Straße bekam keine Schleuse, Nacken versprach: „Das werden wir überprüfen.”
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