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Anwohner weiter besorgt wegen Campus-Verkehr

Von: Werner Breuer
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Campus Melaten: Zwischen Feuerwache (unten rechts) und Klinikum (oben links) wird die Freifläche hinter den bestehenden Erweiterungsgebäuden der RWTH bebaut. Foto: Peter Sellung

Aachen. Verkehrskonzept für den Campus Melaten? „Thema verfehlt”, schimpfte ein Anwohner bei der öffentlichen Fraktionssitzung der SPD am Abend in der gut gefüllten Aula 2 der ehemaligen PH an der Ahornstraße.

Zuvor hatte Planungsdezernentin Gisela Nacken noch einmal die Pläne vorgestellt, mit denen die Stadt die Bewohner der Hörn vor dem Verkehr in Verbindung mit der Hochschulerweiterung zu schützen gedenkt. Der soll bekanntlich größtenteils über die Vaalser Straße und die Süsterfeldstraße abgewickelt werden.

Doch trotz aller Maßnahmen - unter anderem soll es Veränderungen an Claßenstraße, am Pariser Ring und an der Autobahnauffahrt Laurensberg geben - kennt die Beigeordnete aber auch die „Oberschlauen”, die sich dank guter Ortskenntnisse ihre Schleichwege suchen werden, „das ist menschlich”.

Möglichst „unattraktiv”

Die Routen durch die Wohngebiete zwischen Innenstadt und Melaten sollen deshalb „unattraktiv” gemacht werden -Êetwa durch ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern auf allen Straßen außer der Halifaxstraße, die Sperrung der Melatener Brücke oder auch einer Busschleuse auf dem Seffenter Weg.

In den umfänglichen Katalog seien schon viele Anregungen aus der Bürgerschaft eingeflossen, warb Björn Jansen, der verkehrspolitische Sprecher der SPD. Dennoch hagelte es Kritik aus dem Publikum. So fürchteten einige, der Seffenter Weg würde trotz abknickender Vorfahrt und anderen Schikanen doch über Gebühr als Zubringer zum Campus-Gelände genutzt. Der Muffeter Weg sei bei all den Überlegungen offenbar vergessen worden, bemängelte ein Zuhörer, der bleibe eine attraktive Rennstrecke.

Andere hadern mit der geplanten Sperrung der Melatener Brücke, die nur noch für Fußgänger und Radfahrer als Verbindung zu den umliegenden Grünzonen dienen soll. Damit werde lediglich ein jetzt schon „privilegiertes Wohngebiet” weiter bevorzugt, beklagte eine Anwohnerin, auf Kosten der Nachbarschaft an der Valkenburger Straße.

Die Melatener Straße sei allerdings ein Sonderfall, erklärte Jansen, weil sie direkt von der Stadt ins Campus-Gebiet führe. Dieser Schleichweg sei gar zu attraktiv und müsse deshalb verbaut werden.

Überhaupt wolle die Stadt im Kielwasser der Campus-Pläne für eine Beruhigung auf der Hörn sorgen, versprach Dezernentin Nacken, „Sie kriegen nicht mehr Verkehr, Sie kriegen weniger”.

Rad und Bus statt Auto

Dazu müsse wohl auch mehr über den Öffentlichen Personennahverkehr abgewickelt werden, kam es mahnend aus den hinteren Reihen - und die Beigeordnete nickte dazu: Da werde etwas kommen, versprach Gisela Nacken, Trassen für den schienengebundenen Verkehr würden jedenfalls freigehalten.

Zumindest ein Zuhörer konnte darin eine Lösung sehen: „Das beste Konzept nützt nichts - die Leute müssen einfach mehr Bus oder Fahrrad fahren.”
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