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Anwohner vertreiben Angestellte: Blücherplatz verwaist

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
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Früher bis auf den letzen Platz besetzt, heute tagsüber weitgehend ungenutzt: der Blücherplatz. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Wenn man sich den bisher genutzten Parkraum anschaut, findet man einen tagsüber völlig verwaisten Großparkplatz am Blücherplatz vor, der bislang auch von vielen Berufspendlern genutzt wurde. Durch die Einführung des Anwohnerparkens hat hier eine enorme Parkraumvernichtung stattgefunden, denn der Parkplatz steht nun über Tag größtenteils leer“, beklagt Ralf Woelk, Vorsitzender des DGB in Aachen – quasi in eigener Sache.

Denn der DGB ist auch Arbeitgeber, logiert an der Dennewartstraße und ist – wie die Betriebe in der Agit oder viele Handwerksbetriebe in der Umgebung – unmittelbar von den Änderungen des ruhenden Verkehrs betroffen. Das Problem existiert seit der Ausweitung der Bewohnerparkzone im Ostviertel, ab Europaplatz hat man „keine legale Möglichkeit mehr, sein Fahrzeug legal abzustellen“.

Auch das jetzt vom Rat beschlossene Tagesticket (5 Euro) für die Bewohnerparkzone „Ost 2“ biete keine wirkliche Lösung, es würde die Beschäftigten mehr als 1000 Euro pro Jahr (für 220 Arbeitstage) kosten. Woelk: „Selbst gutwillige Arbeitgeber, die ihren Beschäftigten Parkraum zu beschaffen versuchen, haben dazu keine Möglichkeit, da es in diesem Viertel keine Parkhäuser gibt, die sie anmieten können.“

Auch der organisatorische Aufwand für das Tagesticket sei zu groß, es müsse schließlich jeden Tag am Automaten gezogen werden. Der DGB-Vorsitzende plädiert deshalb für einen Jahresausweis und fordert den Rat auf, eine beschäftigtenfreundliche Lösung zu finden, zumindest für die Zeit zwischen 6 und 20 Uhr werktags.

Einen entsprechenden Vorschlag hatte auch die SPD im Mobilitätsausschuss gemacht. Viele kleine Handwerksunternehmen könnten das Job-Ticket etwa nicht nutzen, das erst ab zehn Mitarbeitern zum Einsatz komme. Ratsherr Michael Servos: „Es gibt in dem Gebiet keine Möglichkeit, wie Mitarbeiter subventioniert zur Arbeit kommen können.“ Das Jahres­ticket könne ja etwa teurer sein, etwa 500 bis 600 Euro im Jahr.

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