Aachen - Anwohner sind verärgert über Zufahrten zu Camp Pirotte

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Anwohner sind verärgert über Zufahrten zu Camp Pirotte

Von: Georg Dünnwald
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Die Planungen der Verwaltung sahen vor, dass durch die Eckenerstraße Schwerlastverkehr rollen sollte. Doch die Bezirksvertreter machten sich den Ärger der Anwohner zu eigen und lehnten diese Pläne ab. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Im Zuschauerraum war kein Plätzchen mehr frei. Im Gegenteil: Die Brander Bezirksamtsleiterin Marianne Krott sorgte dafür, dass noch ein paar Stühle mehr aufgestellt wurden, damit alle Bürger, die am Mittwochabend zur Sitzung der Bezirksvertretung gekommen waren, auch sitzen konnten.

Auf der Tagesordnung stand unter anderem der Tagesordnungspunkt „III. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 828 A“ (ehemals Camp Pirotte, jetzt Gewerbepark Brand). Die Bezirksvertreter sollten eine Empfehlung zum Satzungsbeschluss abgeben, damit der Planungsausschuss des Rates endgültig am 11. April entscheiden kann.

Allerdings stand bereits am 29. August vergangenen Jahres dieselbe Vorlage mit exakt demselben Beschlussvorschlag zur Entscheidung an. Also lasen die Bürgervertreter und auch die betroffenen Anwohner der Eckener- und der Nordstraße die Vorlage genauer und mussten feststellten, dass sich Wesentliches in der Satzungsbegründung geändert hatte.

Im August hieß es noch, dass im Bereich der Eckenerstraße, die in einem „allgemeinen Wohngebiet liegt, die Zufahrt zu einer gewerblichen Nutzung für das Grundstück der ehemaligen Tuchfabrik nur noch von der neuen Erschließungsstraße im Gewerbepark Brand aus zulässig ist“. Diese Straße soll bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein.

Jetzt wollte die Verwaltung einen Beschluss, der vorsieht, dass durch die Eckenerstraße doch noch Lkw-Verkehr rollen darf. Das brachte die Anwohner auf die Palme. „Der Vertrag mit dem Erwerber ist doch rechtsverbindlich“, stellte Elmar Mertens von der „Anwohnerinitiative Wohnumfeldverbesserung Nordviertel Aachen-Brand“ fest.

Harald Kriesel vom Planungsamt erklärte den Bezirksvertretern, dass die genannte Zufahrtsbeschränkung an der Eckenerstraße nicht für die zwei Zufahrten zum Grundstück für die ehemalige Tuchfabrik Chmel gelte. Die Zufahrten müssten gesichert bleiben.

Deshalb sehe der rechtskräftige Bebauungsplan für die an die zwei Zufahrten angrenzende Eckenerstraße ein Mischgebiet und ein „besonderes Wohngebiet“ vor. Diese Festsetzung sei erfolgt, um erhaltenswerte Gebäude der Firma weiterhin nutzen zu können.

Verständlich war da die Reaktion der Anwohner. Von „Kumpanei“ zwischen Bauamt und dem derzeitigen Eigentümer des Grundstücks war zu hören.

Einstimmige Empfehlung

Die Politiker von CDU, SPD, FDP und Grünen schlossen sich in der Bezirksvertretung allesamt der Aufforderung der Bürger an. Sie empfahlen einstimmig auf der Grundlage des bereits gefassten Beschlusses der Bezirksvertretung vom 29. August die III. Änderung des Bebauungsplanes mit der dort festgelegten Begründung.

Will heißen: Vor Gewerbeverkehre, insbesondere der von Lastkraftwagen, soll die Eckenerstraße geschützt werden – die Gewerbebetriebe, die auf dem Gewerbepark Brand entstehen sollen, müssten von der anderen Seite her erschlossen werden.

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