Anwohner sind gegen Schallschutzwände

Von: Peter Langohr
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Eilendorf. In der Sitzung der Eilendorfer Bezirksvertretung vom 6. Mai hatten Anwohner der Rödgener Straße in der Einwohnerfragestunde über Vermessungsarbeiten der Bahn in ihrem Bereich berichtet, bei denen offenbar auch die Privatgrundstücke einbezogen wurden. Auf Nachfrage hieß es, es gehe um die Errichtung von Lärmschutzwänden.

Daraufhin sahen die Anwohner die Gefahr, von Baumaßnahmen der Bahn überrascht zu werden. Und zwar ohne dass sie die Möglichkeit haben, beim Offenlageverfahren ihre Vorschläge und Anregungen einzubringen.

Bahn rückt mit Team an

Das war auch für die Bezirksvertreter nicht hinnehmbar. Und so stellte die Grünen-Fraktion den Antrag, schnellstmöglich einen Sachstandsbericht über das Vorhaben der Bahn zu erhalten.

Da den Grünen die dürre Antwort des städtischen Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen nicht ausreichte, rückte jetzt zur jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung die Bahn in beachtlicher Personalstärke unter anderem mit Projektleiter, Bauleiter und unabhängigem Schallschutzgutachter an, um den Bezirksvertretern und den Anwohnern Rede und Antwort zu stehen. Unterstützt wurden sie dabei von Fachleuten der beteiligten Fachbereiche der Stadt.

Das Ergebnis in Kürze: Die Deutsche Bahn plant derzeit ein drittes Gleis zwischen Rothe Erde und Eilendorf, um schnelleren Fernreise- und Regionalzügen das Überholen von Güterzügen zu ermöglichen. Für dieses Gleis waren ursprünglich keine Schallschutzwände geplant. Seitens des Eisenbahnbundesamtes wurden jedoch vor einiger Zeit die Grenzwerte für Lärm nach unten korrigiert, so dass die Bahn nun im fraglichen Bereich Schallschutzwände installieren muss.

Bei der Diskussion in der Bezirksvertretung machten einige Anwohner vor allem der Rödgener Straße deutlich, dass sie die Lärmschutzwände ablehnen. Was zunächst unverständlich erscheinen mag, ist in den Augen der Anwohner durchaus sinnvoll. Wegen der Geländestruktur hinter ihren Häusern – ein tiefer Einschnitt zur Bahnlinie hin – muss eine Schallschutzmauer, die Wirkung zeigen soll, unmittelbar auf ihren Grundstücksgrenzen positioniert werden.

Da die Grundstücke in diesem Bereich aber hinter der Wohnbebauung nur eine geringe Tiefe von zum Teil noch nicht einmal neun Metern haben, schauen die Leute dann von ihrer Terrasse aus auf eine drei Meter hohe Mauer. Bislang haben sie einen freien Blick über das Bahngelände hinweg. Vor diesem Hintergrund würden sie liebend gerne auf den Schallschutz verzichten.

Diesen Anwohnern konnten die Experten der Bahn jedoch nur wenig Hoffnung machen, da der aktive Lärmschutz vom Eisenbahnbundesamt zwingend vorgeschrieben ist und dabei die Interessen einzelner Anwohner offenbar nicht berücksichtigt werden können.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass die Anwohner im betroffenen Teil der Rödgener Straße für eine Zeit von voraussichtlich sechs Monaten auf einen etwa drei Meter breiten Streifen ihres Gartens verzichten müssen, da die Bahn dort eine Baustraße herrichten muss, um überhaupt die Schallschutzwände aufstellen zu können.

Nur ein schwacher Trost

Einziger schwacher Trost für die Betroffenen: Die Bahn muss auf Gutachterbasis eine Entschädigung zahlen oder für die Wiederherstellung des früheren Zustands sorgen. Die Bauarbeiten sollen frühestens Ende 2017 beginnen. Vorher wird es jedoch die gesetzlich vorgeschriebene Offenlage der Pläne und die Bürgerbeteiligung mit der Möglichkeit von Einwänden geben.

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