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Anwohner: Lieber ohne Gehweg

Von: Jan Mönch
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Aachen. Auf den ersten Blick ist Auf der Kier ein Sträßchen, wie es ruhiger kaum sein könnte. Unweit des Walheimer Ortseingangs schlängelt es sich zwischen Prämienstraße und Schleidener Straße entlang.

Ein schmaler Schotterstreifen säumt rechter Hand den Straßenrand. Der Schein trügt. Das zeigte sich bei der Bürgerinformationsveranstaltung im Jakob-Büchel-Haus, zu der die Stadtverwaltung eingeladen hatte. Gerade die wenigen Dezimeter Splitt sorgen derzeit für dicke Luft. Genauer gesagt: Der Gehweg, der den Schotterstreifen ersetzen soll, sowie die damit einhergehende teilweise Fahrbahnverbreiterung.

Bereits bei der Sitzung der Bezirksvertretung im Juni hatten die Bewohner von Auf der Kier sowie dem Seitensträßchen Auf der Wildnis ihrem Ärger Luft gemacht - die Entscheidung wurde vertagt.

Die Situation ist verfahren. Während die städtische Abteilungsleiterin Straßenplanung und -bau, Regina Poth, einmal mehr betonte, auf ausdrücklichen Wunsch von Anwohnern hin gehandelt zu haben, können die Walheimer sich nicht erklären, wer diese Anregung geäußert haben soll. Gemäß Kommunalabgabengesetz (KAB) würde die Selbstbeteiligung laut Inge Schreiber von der Bauverwaltung bei rund 300 Euro je 100 Quadratmeter Grundstücksfläche liegen.

„Nicht notwendig”

Diesen Betrag würden die Anwohner nach eigenem Bekunden auch gerne leisten - allerdings nur für eine sinnvolle Maßnahme. Ein Gehsteig jedoch sei nicht notwendig, argumentieren sie, weil in dem betreffenden Bereich lediglich die Rückseiten der Häuser von Auf der Wildnis angrenzen. Überdies sei das Fußgängeraufkommen am Ortsrand überaus gering.

Deutlich größer ist das Aufkommen an Schwerlastverkehr. Grund ist der nur einen Steinwurf entfernt gelegene stillgelegte Steinbruch, der offenbar schon zu Betriebszeiten für schlechte Stimmung sorgte. Eine Alteingesessene: „Der neue Bürgersteig würde sowieso von den Lkw kaputtgefahren werden. Das ist schon oft genug vorgekommen.”

Heute ist die Grube eine Deponie. Der Betreiber, die Stolberger Niederlassung des französischen Bauriesen Vinci (145.000 Mitarbeiter), hat sich einst verpflichtet, die Landschaft wiederherzustellen, sobald die Kalkvorkommen erschöpft sind. Gegen Gebühr können Kunden heute unbelasteten Boden in dem Krater entsorgen. So liegt dort etwa Erdreich, das dem Kellergeschoss der Aachen-Arkaden weichen musste.

Wie ein Vertreter von Vinci den „Nachrichten” erklärte, liegt das Lkw-Aufkommen in - aus Unternehmenssicht - guten Monaten bei 200 Fahrzeugen. Zuletzt jedoch habe es kaum Kunden gegeben. Das Passieren der Straße Auf der Kier sei auch für den firmeneigenen Tieflader unproblematisch. So oder so, das betonte auch Regina Poth, ist an den Rechten des Betreibers nicht zu rütteln.

Die Baumaßnahme jedenfalls würde das Lastwagenproblem nach Befürchtung der Walheimer noch verstärken. Durch wegfallende Kfz-Stellplätze werde „aus der Parksituation eine Notsituation”. Mit den vorgesehenen Einbuchtungen als Ausweichmöglichkeit gehe man von optimalen Bedingungen aus: „Da reicht ein einzelner Falschparker, und das ganze System bricht zusammen.”

Bezirksvertretung entscheidet

Das letzte Wort wird die Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim haben. Bezirksvorsteher Eberhard Büchel (CDU): „Wir haben die Argumente beider Seiten gehört. Wir werden beraten, jede Fraktion für sich und dann die Bezirksvertretung gemeinsam.”
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