Aachen - Anwohner kritisieren „Verschandelung der Landschaft”

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Anwohner kritisieren „Verschandelung der Landschaft”

Von: Birgit Küchen
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Informierten die Bürger zum Thema Windkraft: Gerhard Hanke, Ortsbürgermeister von Waldalgesheim (l.), Dezernentin Gisela Nacken und Klaus Meiners vom fachbereich Umwelt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nicht erst seit der Katastrophe in Japan stehen Atomkraftwerke im Mittelpunkt der Kritik von Medien und Bürgerbewegungen, so dass die Forderungen nach erneuerbaren Energien immer drängender werden.

Bereits im September 2008 beauftragte der Umweltausschuss der Stadt die Verwaltung mit einer Untersuchung zum Thema Ausbau der Windkraft in Aachen und Umgebung.

„Es ist unser ehrgeiziges Ziel, den Klimawandel in den Griff zu bekommen, um über C02-Einsparungen den weltweiten Temperaturanstieg auf zwei Grad zu begrenzen”, so Umwelt- und Planungsdezernentin Gisela Nacken.

Um dieses Ziel zu erreichen, beabsichtigt die Stadt Aachen derzeit in vier Bereichen dezentrale „Konzentrationsflächen für neue Windkraftanlagen” auszuweisen.

Betroffen wäre neben den drei nördlichen Gebieten Horbacher Straße, Vetschauer Weg/Bocholtzer Weg und Nonnenhof/Schlangenweg auch der Münsterwald im Süden. Rund 56000 Haushalte gilt es mit umweltfreundlicher Energie zu versorgen.

Am Mittwochabend hatte daher die Stadt Aachen zu einer Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion in das Inda-Gymnasium nach Kornelimünster geladen. Für Bürgerinnen und Bürger der südlichen Region bestand die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihre Bedenken zu äußern.

Als Gesprächspartner standen Umweltdezernentin Gisela Nacken und Klaus Meiners als Abteilungsleiter Immissionsschutz des Fachbereichs Umwelt zur Verfügung, unterstützt wurden sie von Dr. Gerhard Hanke, der als Ortsbürgermeister von Waldalgesheim (Rheinland-Pfalz) über seine Erfahrungen mit Windkraft sprach.

Diese Chance nutzten rund 250 Einwohner aus den Stadtteilen Kornelimünster, Schmithof, Friesenrath, Roetgen und Rott. Allein im südlichen Waldgebiet Aachens sind zehn Windkrafträder mit einer Gesamthöhe von 185 Metern auf einer Fläche von rund drei Hektar in Planung.

Derzeit liegen noch keine genauen Bewertungen des Arten- und Lärmschutzes, der Schallemissionen, des Schlagschattens sowie des Landschaftsbildes vor. Aber im Sommer dieses Jahres soll es zu einem Abschluss der Gutachten kommen.

Aus Sicht der Anwohner stehen vor allem die „Zerstörung und Verschandelung der Landschaftsbilder durch die Installation von Riesen-Windrädern” in der Kritik. Aber auch Aspekte des Naturschutzes und ein möglicher Einbruch der Umsätze in der Tourismusbranche spielen eine nicht unwesentliche Rolle.

Abholzung im Münsterwald

Überrumpelt von Seiten der Stadt und der Stawag fühlten sich Einwohner, als sie eine Abholzung von Birken im Münsterwald vorgefunden hatten und nun glauben, trotz der noch nicht abgeschlossenen Planung vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.

Axel Costard vom städtischen Presseamt entgegnet den Kritikern: „Diese Absperrung steht auf jeden Fall nicht mit den geplanten Windkraftanlagen in Verbindung.”

Und auch Klaus Meiners betont: „Entscheidungen sind bis zum Ende offen. Bedenken zum Naturschutz können angebracht werden, allerdings spielen subjektive Eindrücke für die Entscheidung keine Rolle.”
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