Radarfallen Blitzen Freisteller

Anwohner beschweren sich über Alkoholexesse am Bahnhofplatz

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Verkommt der Bahnhofplatz mehr und mehr zum Treff einer Alkohol- und Drogenszene? Ist die einschlägig bekannte Kaiserplatz-Gemeinde dorthin umgezogen? Was überhaupt kann eine Stadt gegen das „öffentliche Trinken von Alkohol” unternehmen? Im Bürgerforum standen solche Fragen an.

Anschauliche Schilderung

Anschaulich schilderte ein Bürger mündlich wie schriftlich, was sich nach seinen Beobachtungen auf dem Bahnhofplatz abspielt, hauptsächlich an den Bänken zur Bahnhofstraße hin: Daueraufenthaltsort von Alkohol- und Drogenabhängigen, exzessive und hemmungslose Gelage, Spießrutenlaufen für Reisende und Passanten, vulgärste Pöbeleien, nicht zitierfähiges hin- und hergebrülltes Vokabular, Schlägereien mit abgebrochenen Flaschenhälsen, zwei- bis dreimal wöchentlich der Notarzt vor Ort, diverse Hinterlassenschaften und Müll.

All das sei ein „schlechtes Aushängeschild für die Stadt” und trage als „verheerende Außenwirkung” nicht zum ursprünglich einmal gewollten Flair des Platzes bei. Das Geschehen überschreite die Grenzen der Zumutbarkeit bei weitem. Für die ansässigen Geschäftsleute sei die Situation inzwischen unerträglich und „auf Dauer so nicht haltbar”.

Neben der Verlagerung der „Szene vom Kaiserplatz” setze sich die Szenerie auf dem Bahnhofplatz aus den Mietern des Hauses Bahnhofstraße 30-32 zusammen.

In diesem Haus bringt die Stadt seit 1993 Wohnungslose unter. Eine Sozialarbeiterin ist zur Betreuung der zwischen 20 und 24 Wohnungslosen wöchentlich mehrfach vor Ort, drei Hausverwalter arbeiten im Schichtdienst.

Die Situation sei dem städtischen Fachbereich Sicherheit und Ordnung „seit längerem bekannt”, bestätigte Amtsleiter Detlev Fröhlke. Laut Polizei gebe es auf dem Bahnhofplatz „keine besonders starken Auffälligkeiten”. Die Streifen des städtischen Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (OSD) kontrollierten dort mehrfach am Tag. Sie erteilten auch Platzverweise. Das Problem: Tauche eine Streife auf, sei die Szene friedlich, ziehe sie wieder ab, gebe es „sicherlich Vorfälle”. Die Personengruppe auf dem Bahnhofplatz sei allerdings nicht identisch mit den Personen, die sich am Kaiserplatz aufhalten oder aufhielten.

Detlev Fröhlke wies noch einmal auf die städtische Hotline 432-2801 hin. Unter dieser Nummer sei der OSD für jeden Beschwerdeführer sonntags bis donnerstags von 9 bis 1.15 Uhr sowie freitags und samstags und vor Feiertagen von 11 bis 3.15 Uhr erreichbar. In akuten Fällen sei dadurch ein „zeitnahes Tätigwerden” des Ordnungsdienstes gewährleistet.

Modern geworden

„Problem erkannt” versicherten die Politiker im Bürgerforum. Sie verwiesen das Thema zur weiteren Beratung an den Sozialausschuss. „Wie geht man mit dem öffentlichen Trinken von Alkohol um, was machen andere Städte?” fragte Ulla Griepentrog (Grüne) in die Runde und Gabriele Niemann-Cremer (SPD) wunderte sich: „Ich sehe viele Jugendliche mit einer Flasche Bier in der Hand auf den Straßen - das ist wohl modern geworden.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert