Anwohner am Hasbach wehren sich gegen „Schweinerei“

Von: Günther Sander
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Die Rohrbrucharbeiten im Hasbach sorgen nicht nur für Verkehrsbehinderungen, sondern auch für Ärger bei den Anwohnern. Foto: Günther Sander

Walheim. Aktuell sind es „nur“ Rohrbrucharbeiten, die zu Verkehrsbehinderungen und Verärgerungen führen. Schlimmeres aber wird befürchtet, wenn eine Erneuerung der Straße Hasbach im kommenden Jahr ansteht.

Die Anwohnern hegen große Bedenken, trauen dem Braten nicht und wehren sich bereits jetzt gegen eine zu erwartende massive Kostenbeteiligung.

Die Bürgerinformation im Jakob-Büchel-Haus machte deutlich: Was die Verwaltung vortrug, entsprach nicht den Vorstellungen der Anwohner. Kein Wunder, es ging richtig hoch her, die Verwaltung geriet unter Druck, war starken verbalen Vorwürfe ausgesetzt. Regina Poth und Uwe Müller, Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, mussten sich „harte Sachen“ anhören.

Grund für die Erneuerung seien erhebliche bauliche Schäden, die man nicht übersehen könne, so die Verwaltung. Um den Linienverkehr aufrechtzuerhalten, werde die Maßnahme fällig. Geplant sei eine Neuaufstellung des Verkehrsraumes. Die habe zum Ziel, bauliche, funktionale und gestalterische Verbesserungen zu schaffen. Skepsis im Büchel-Haus.„Erneuerung der Straße Hasbach“ hört sich zwar gut an, die Anwohnern sehen die aber mit anderen Augen.

Die Wasserleitung müsse erneuert werden und man wolle versuchen, die Arbeiten problemlos über die Bühne zu bekommen, sagte Regina Poth. Für die Hasbacher sind die Wasserleitungen eher „große, kaputte Rohre“. „Was Sie uns hier erzählen, klingt nach Visionen“, bekam Poth zu hören. Man befürchtet, die Straße werde erst geteert, wieder aufgerissen, nochmals geteert und so weiter. Kanaltechnisch seien die Dinge bereits 1973 „so richtig versaut worden.“ „Wir kennen die Geschichte und die Vergangenheit nur allzu gut“, folgte ein Zwischenruf. Es werde sich nichts ändern, alles sei eine „Schweinerei“, was die Stadt sich geleistet habe.

Welchen Einfluss die Anwohner nehmen könnten, sei nicht gefragt worden. Gewünscht wird eine Sperrung für Lkw in beiden Richtungen. „Die fahren über Gehwege, das ist gefährlich.“ Die massiven Kritiken nahmen kein Ende: Es gehe um eine Erneuerung, nicht aber um eine Verbesserung, war die Meinung vieler Anwohner. Helle Aufregung, als die Kostenseite zur Sprache kam. 800.000 Euro für die Maßnahme gelte es auf die Anwohner entsprechend umzulegen. „Wir können noch keine genauen Zahlen nennen“, so Uwe Müller, aber Beträge zwischen 5000 und 15.000 Euro stünden im Raum.

„Wie bitte?“, wurde gefragt. Da könne von Bürgerfreundlich wohl keine Rede sein. Immerhin werde „nichts Neues“, eher „nur Mist gemacht“, musste sich die Fachverwaltung anhören. Was die Stadt verbrochen habe, könne nicht erneuert werden. „Und wir sollen dafür auch noch zahlen“, hieß es dazu. Regina Poth bekam gesagt: „Sie kennen die Realität überhaupt nicht, veräppeln können wir uns allein.“ Übrigens: Rentner oder junge Familien, die gerade gebaut hätten, wären nicht in der Lage, sich solche Summen einfach aus den Rippen zu schneiden, so ein weiteres Argument.

Die Straße werde enger, Parkplätze entfallen, permanent fahren auch noch große Gelenkbusse durch. Pro Tag 33, habe man gezählt. Im Gegenverkehr seien Pkw chancenlos. Nicht genug: „50 Prozent der Busse fahren zu schnell, niemand hält sich an rechts vor links im 30er-Bereich. Diese Straße ist für große Busse überhaupt nicht geeignet.“ Unfallgefahren seien vorprogrammiert. Uwe Müller und Regina Poth hatten fleißig notiert. „Ihre Hinweise sind angekommen, wir nehmen Anregungen in die Planungen mit auf.“ Darauf sind die Anwohner gespannt, klang es durch.

Die Bauarbeiten beginnen 2017 in Abstimmung mit dem ersten und zweiten Bauabschnitt Albert-Einstein-Straße sowie zweiten Bauabschnitt Schleidener Straße. Bauzeit: sechs bis sieben Monate. Auskünfte zur Beitragspflicht per E-Mail an bauverwaltung@mail.aachen.de oder unter der Telefonnummer 0241/432 6020.

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