Anwalt wegen Geldwäsche und Urkundenfälschung angeklagt

Von: ddp-nrw
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Aachen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat einen 46-jährigen Rechtsanwalt wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche und Urkundenfälschung angeklagt.

Hintergrund sind Zahlungen in Höhe von rund 47.000 Euro, die ein seit Jahren in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Aachen einsitzender Strafgefangener auf ein von dem Anwalt eingerichtetes Konto veranlasst hatte. „Dem Rechtsanwalt war dabei bekannt, dass der Strafgefangene über kein Vermögen verfügte”, sagte am Montag ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Anwalt habe somit in Kauf genommen, dass die auf sein Konto eingezahlten Beträge aus Straftaten stammten.

In weiteren fünf Fällen soll der Anwalt der JVA Aachen Vollmachten gefaxt haben, die ihn als Verteidiger von Untersuchungsgefangenen auswiesen. Auf den Originalen der Vollmachtsurkunden war zuvor die Unterschrift des angeblichen Vollmachtgebers gefälscht worden.

Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft hat der Anwalt auf diese Weise ein Mandatsanbahnungsgespräch mit den Untersuchungshäftlingen führen wollen, ohne dafür eine Besuchserlaubnis bei der Staatsanwaltschaft oder dem Gericht beantragen zu müssen.

Der beschuldigte Anwalt habe zu dem Vorwurf der Geldwäsche angegeben, er sei bei Erhalt der Gelder gutgläubig gewesen. Weitere Angaben zur Sache machte er den Angaben zufolge nicht. Das Landgericht prüft derzeit die Zulassung der Anklageschrift. Mit einer öffentlichen Hauptverhandlung ist in wenigen Monaten zu rechnen.
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