Aachen - Antoniusstraße erhält an einer Seite einen Sichtschutz

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Antoniusstraße erhält an einer Seite einen Sichtschutz

Von: Heiner Hautermans
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Ein Neubau soll auf diesem Grundstück an der Nikolausstraße/Ecke Antoniusstraße im Herzen der Stadt entstehen. Vorgesehen sind kleinere Geschäfte etwa mit Kunstgewerbe und Wohnungen. Foto: Wolfgang Plitzner

Aachen. Aachens Bordellmeile, die Antoniusstraße, steht seit Jahren in der Diskussion. Jetzt tut sich etwas, zumindest am oberen Ende. Dort wird eine zweiteilige Sichtschutzwand entstehen, ähnlich der auf der Herbertstraße im Hamburger St. Pauli.

Die Kosten für die Eisenkonstruktion übernimmt der Investor, der auf dem Eckgrundstück Nikolausstraße/Antoniusstraße ein Wohn-/Geschäftshaus errichten will. Helmut Falter, Seniorchef der Mayerschen Buchhandlung, hatte seine Pläne im April dieses Jahres vorgestellt und da schon die optische Abgrenzung des Rotlichtbezirks am Beginn der Antoniusstraße gefordert.

Beschlossen wurde die Metallkonstruktion nun in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte. Falter will auf dem 1300 Quadratmeter großen Grundstück für fünf Millionen Euro ein viergeschossiges Haus mit Kleingewerbe in mehreren Etagen und Wohnungen darüber hochziehen lassen, Baubeginn soll im April 2011 sein.

„Die Ausführung wird noch mit Polizei und Feuerwehr besprochen”, erklärte Stadtsprecher Axel Costard am Freitag auf Anfrage. Die aus zwei Toren bestehende Wand soll nämlich elektronisch geöffnet werden können, um Rettungsfahrzeugen, Ordnungs- und Polizeikräften eine schnelle Durchfahrt zu ermöglichen. Auch die genaue Gestaltung steht noch nicht fest, der Planungsausschuss nahm die Pläne am Donnerstag zur Kenntnis. Abschließend befasst sich der Mobilitätsausschuss am 9. November mit der Sichtschutzwand.

Die eigentliche Entscheidung ist bereits in der dafür zuständigen Bezirksvertretung Aachen-Mitte gefallen, sie wurde allerdings nicht einstimmig getroffen. Lasse Kloppstein (Linke) stimmte dagegen, aus grundsätzlichen Erwägungen. Einmal habe es „ein Geschmäckle”, wenn eine Straße auf Wunsch eines Investors abgeschnitten werden, ohne dass eine öffentliche Diskussion darüber geführt worden sei, erklärte er am Freitag den „Nachrichten”.

Zum Zweiten bedürfe es eines Gesamtkonzeptes, was mit der Antoniusstraße geschehen solle und wie sie aus den derzeitigen zwielichtigen Verhältnissen herausgeholt werden könne. „Das heißt, dass mit den Prostituierten gesprochen werden muss, und sie nicht nur als Problem gesehen werden dürfen.”

Vorgesehen ist der Sichtschutz bislang nur an der Nikolausstraße, nicht dagegen am unteren Ende an der Mefferdatisstraße. Auch dort hat es nach Informationen der „Nachrichten” jedoch schon einen Vorstoß in ähnlicher Richtung gegeben. Der Betreiber der Table-Dance-Bar hat vor einigen Jahren bereits einen Kostenvoranschlag eingeholt - knapp 40.000 Euro für beide Wände. Er habe der Stadt und der Politik dann den Vorschlag unterbreitet, ein Viertel dieser Summe zu übernehmen, aber nie eine Reaktion erhalten.

„Kein Schriftsatz”

Das deckt sich wiederum nicht mit der Aussage von Sprecher Axel Costard: „Davon wissen wir nicht. Bei uns liegt kein Schriftsatz vor.” Und wenn es doch so wäre? „Das wäre eine politische Entscheidung, die von der Bezirksvertretung Aachen-Mitte getroffen werden müsste.”
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