Antike Thermen: Die Wissenschaft schaut auf Aachen

Von: Martina Stöhr
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Aachen. „Vor wenigen Jahren noch legte Aachen wenig Wert auf seine archäologischen Reichtümer”, meint Dr. Ralf Kreiner, Historiker und Beiratsmitglied der Frontinus-Gesellschaft.

Umso mehr freut er sich, dass Aachen jetzt die Stadt ist, in der das weltweit größte Symposium zu „Technik und Kulturgeschichte der antiken Thermen” stattfindet. Vom 18. bis zum 22. März werden sich mehr als 40 Wissenschaftler treffen und bei einer Vielzahl von Vorträgen und Exkursionen unterschiedliche Aspekte ihrer Forschungsarbeit beleuchten.

Zeitgleich wird am Mittwoch, 18. März, eine Ausstellung in der Burg Frankenberg eröffnet. Dort gibt es aktuelle Fundstücke zu sehen, die zum Teil „bodenfrisch” aus dem Elisengarten stammen. Dazu kommen Grundrisse und Pläne zur römischen Therme unter dem Dom und als größte Attraktion eine dreidimensionale Rekonstruktion dieser antiken Therme, die interaktiv besucht werden kann. Und die Bürgerstiftung „Thermalwasserroute” bereichert die Ausstellung mit einer Info-Säule.

Aachen biete sich als Tagungsort an, da die Stadt durch eine jahrhundertelange Bädergeschichte geprägt sei, meinen die Veranstalter. „Aachen war vom 1. bis 4. Jahrhundert nach Christus nicht irgendein gewöhnlicher Etappenort, sondern das zentrale Militärheilbad für die germanischen Legionen, eines der größten im Westteil des Römischen Reichs”, heißt es in einem Faltblatt zum Symposium. Und immer wieder ist man in Aachen auf Überreste aus jener Zeit gestoßen.

Bei Bauarbeiten an der Buchkremerstraße etwa trat 2001 die Bücheltherme zu Tage, deren Badebecken fast komplett erhalten war. Die enormen Kosten machten damals eine Erhaltung oder gar vollständige Bergung unmöglich. Doch immerhin konnten drei große antike Apsisfragmente gerettet werden.

Sie sollen der Öffentlichkeit eines Tages in einer eigenen Ausstellung vorgestellt werden. Im Rahmen dieser Pläne entstand auch die Idee zum Symposium. Das findet nach zweijähriger Vorbereitung jetzt tatsächlich statt, während die Präsentation der Thermenreste nicht zuletzt wegen der lang andauernden Grabungen im Elisengarten noch warten muss.

Der Aachener Stadtarchäologe Andreas Schaub freut sich ganz besonders über das Symposium. „Wir sind stolz darauf, jetzt auch international wahrgenommen zu werden”, sagt er. Archäologen, Ingenieure, Bau-, Kunst- und Medizinhistoriker aus aller Welt werden eine Vielzahl von Aspekten des antiken Badewesens unter die Lupe nehmen: von technischen Gesichtspunkten wie Beheizung, Wasserversorgung und -entsorgung bis hin zur Organisation und Funktion des öffentlichen Badewesens in der Antike. Ihre Ausführungen sollen später in einem Buch zusammengefasst werden, dass die Frontinus-Gesellschaft veröffentlichen will.

Wer am gesamten Symposium teilnehmen will, sollte sich vorher anmelden. Einzelbesuche der verschiedenen Vorträge sind erlaubt und willkommen.

Verantwortlich für das Symposium zeichnet eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der Frontinus-Gesellschaft, der RWTH Aachen, dem Landschaftsverband Rheinland und der Städte Aachen, Heerlen und Zülpich zusammensetzt.

Die begleitende Ausstellung in der Burg Frankenberg wird am Mittwoch, 18. März, um 11 Uhr eröffnet. Besucht werden kann sie mittwochs bis samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr. Ab Montag, 23. März (bis zum 26. April), gelten reduzierte Öffnungszeiten: dienstags und samstags von 11 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.
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