Aachen - Antifaschisten berufen sich auf rechte Propaganda

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Antifaschisten berufen sich auf rechte Propaganda

Von: Gerald Eimer
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Aachen. An einer Diskussionsveranstaltung des ökumenischen Bildungswerks Brand zur Integrationspolitik arbeiten sich derzeit die rechtslastige Splitterpartei Pro NRW und eine Gruppe namens „Antifaschistische Aktion” ab.

Verblüffend: Letztere geht ausgerechnet einer rechten Propagandadarstellung im Internet auf den Leim.

So werfen die Antifaschisten den Teilnehmern der Diskussionsrunde „Integration - eine Aufgabe für alle” in der Martin-Luther-Kirche in Brand mangelnde Zivilcourage vor. Sie sollen sich gar „empfänglich für rassistische Propaganda” gezeigt haben. Die evangelische Kirchengemeinde habe „den Vertretern einer offen rechtsextremen Partei eine Plattform” geboten, kritisiert der anonyme Schreiber. Er beruft sich dabei ausschließlich auf die Darstellung von Pro NRW selbst.

Auf ihrer Homepage berichtet die rechte Splitterpartei, die sich selbst als „Bürgerbewegung” bezeichnet, von einem angeblich überzeugenden Auftritt des Aachener Funktionärs Wolfgang Palm und seines Stellvertreters Klaus Maertin, die mit „islamkritischen Vorträgen” auf reges Interesse gestoßen seien.

Doch an „Vorträge” der beiden Pro-Vertreter kann sich kein Teilnehmer der Veranstaltung erinnern. Im Gegenteil: Palm habe sich lediglich zweimal kurz geäußert, sei aber sogleich auf heftigen Widerspruch gestoßen, sagt Abdurrahman Kol, der als Vorsitzender der Ditib-Gemeinde über die neue Moschee an der Stolberger Straße gesprochen hat.

Thomas Griese, Sprecher der Grünen, wird noch deutlicher und wirft Pro NRW eine „perfide Verdrehung der Wirklichkeit” vor. Die Gruppe unternehme den Versuch, „diese Veranstaltung umzulügen”. Auch Moderator Ralph Allgaier erklärt, dass Palm sogleich Kontra bekommen habe - insbesondere auch von Pfarrer Uwe Loeper. Umso merkwürdiger, dass Antifaschisten, die nicht vor Ort waren, eine Darstellung von Pro NRW nun zum Anlass für Angriffe auf Loeper und andere Teilnehmer nehmen.

Die Gruppierung Pro NRW, die den Bau von Moscheen verhindern will und mit Islamfeindlichkeit auf Stimmenfang geht, spielt in Aachen bislang keine nennenswerte Rolle, machte aber im vergangenen Jahr von sich reden, weil der Vorsitzende Palm zugleich Polizeihauptkommissar ist. Nach Bekanntwerden seines politischen Engagements wurde er von Polizeipräsident Klaus Oelze in einen Bereich „mit wenig Publikumskontakt” versetzt - er bearbeitet derzeit laut Pressestelle Anzeigen in der Direktion Verkehr.

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