Brand - Anti-Konflikt-Training an der Karl-Kuck-Schule in Brand

Anti-Konflikt-Training an der Karl-Kuck-Schule in Brand

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
Stopp
Übungen mit der „Stopp-Hand“: Gemeinsam mit Konflikttrainerin Katrin Machowetz sind die Kinder an der Karl-Kuck-Schule begeistert bei der Sache. Foto: Harald Krömer

Brand. Die erhobene Hand als Zeichen für „Stopp“ gehört an der Karl-Kuck-Schule in Brand jetzt zum Schulalltag. Immer dann, wenn der andere zu weit geht, wird er so in seine Schranken verwiesen.

Gemeinsam mit Konflikttrainerin Katrin Machowetz üben die Grundschüler, wie man gewaltfrei miteinander umgeht. Und laut Schulleiterin Doro Zwingmann sind erste Erfolge des Anti-Konflikt-Trainings bereits spürbar. Sie hat das Programm an ihre Schule geholt, weil sie die Grundlage für ein gutes Lernklima schaffen wollte. Gewalt spiele heute an jeder Grundschule eine Rolle, meint sie. Umso wichtiger also, dass die Kinder schon früh mit den richtigen Verhaltensmustern vertraut gemacht werden.

„Was mache ich?“

Genau hier setzt das Programm „Gewaltfrei Lernen“ an. Das Konzept wurde in vielen Jahren praktischer Tätigkeit in zahlreichen Kölner Schulen entwickelt und wird inzwischen in vielen Schulen in NRW angewandt. Das Schöne an dem Projekt ist laut Doro Zwingmann, dass sowohl Eltern als auch Lehrer mit einbezogen werden. Alle gemeinsam wollen dafür sorgen, dass Gewalt an der Schule keine Chance mehr hat. „Was mache ich, wenn ich geschubst werde?“ oder „Wie reagiere ich, wenn mich jemand ärgert?“ Das sind Fragen, auf die die Kinder klare Antworten bekommen. In Rollenspielen stellen sie die Situationen nach und bekommen Handlungsanweisungen. Klar und deutlich sagen, wann es genug ist, ist dabei eine wichtige Regel. Die „Stopp-Hand“ ist der erste Schritt.

Selbstbewusste Haltung

„So lernen die Kinder, was sie machen können, wenn sie sich eigentlich nicht mehr zu helfen wissen“, meint Zwingmann. Sie ist davon überzeugt, dass man Gewaltfreiheit lernen kann. Eine frühe Entschuldigung könne beispielsweise verhindern, dass aus einer harmlosen Situation überhaupt ein Konflikt entsteht. Und eine aufrechte, selbstbewusste Haltung halte den Widersacher von vornherein in Schach.

All das lernen an der Karl-Kuck-Schule nicht nur die Kinder. Auch die Eltern und Lehrer haben sich mit dem Thema Gewalt auseinander gesetzt. Gerade bei den Eltern sei sie kleine Einführung sehr gut angekommen, meint Zwingmann.

Die Karl-Kuck-Schule ist nach der Städtischen Katholischen Grundschule Feldstraße die zweite Grundschule in Aachen, in der das Konzept „Gewaltfrei Lernen“ Anwendung findet. Möglich wurde das durch die Unterstützung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank West. Die stellte 3500 Euro für das Training zur Verfügung.

Die Stiftung hat inzwischen mehr als 70 Schulen in ganz NRW entsprechend unterstützt. „Wenn Gewalt und Ausgrenzung in den Klassen und auf den Schulhöfen das Lernklima belasten, dann ist Bildung kaum noch möglich“, meinen die Initiatoren von „Gewaltfrei Lernen“. Die Spirale der Gewalt durchbrechen und neue Handlungsmuster dagegen setzen, ist ihre Strategie. Die Kinder der Karl-Kuck-Schule jedenfalls hatten sehr viel Spaß bei dem Training. Und damit sie nicht vergessen, was sie gelernt haben, sollen die Rollenspiele regelmäßig wiederholt werden. Doro Zwingmann ist überzeugt, dass das Training so nachhaltigen Erfolg haben wird.

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