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Anschlüsse schaffen und neue Wege ebnen

Von: Margot Gasper
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Aachen. „Am Aschermittwoch ist alles vorbei”, singen die Karnevalisten wehmütig. Für die David-Hansemann-Schule und das Anne-Frank-Gymnasium dagegen ging es am Aschermittwoch erst richtig los.

In einem Rahmenvertrag besiegelten die Realschule und das Gymnasium am Mittwoch ihre enge Zusammenarbeit. Die Feier mit Schülern, Lehrern, Eltern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung bot auch Gelegenheit für eine erste Bilanz des Modellprojekts.

In der Praxis angelaufen ist die Kooperation nämlich schon vor einem halben Jahr. Ziel aller Bemühungen ist es, das System Schule durchlässiger zu machen und jedem Kind den individuell passenden Bildungsweg zu ermöglichen. Vor allem für Realschüler soll der Übergang in die gymnasiale Oberstufe und damit der Weg zum Abitur leichter werden.

Seit Beginn des Schuljahrs 2009/10 gibt es am Anne-Frank-Gymnasium bereits einen ersten Kooperationskurs für ehemalige David-Hansemann-Schüler. In der gymnasialen Oberstufe erhalten sie ein vernetztes Angebot, unter anderem mit Intensivkursen in den Kernfächern Deutsch, Englisch und Mathematik. Die Unterstützung soll noch ausgebaut werden.

„Wir machen nur das, was selbstverständlich sein sollte”, erklärte Hanno Bennemann, Schulleiter der David-Hansemann-Realschule, „wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Schüler und Eltern.” Deshalb setze man genau an den Schnittstellen zwischen den Schulformen an. „Wir machen Schule für Schüler”, ergänzte sein Kollege vom Anne-Frank-Gymnasium. Sein ausdrücklicher Dank galt den Kollegien, die das Konzept mittragen.

„Was Sie heute hier beurkunden, eröffnet neue Chancen in einem Bildungswesen, das noch stark auf Selektion ausgerichtet ist”, lobte Schuldezernent Wolfgang Rombey als Vertreter der Stadt Aachen. Ein solches „Übergangsmanagement” zwischen den Schulformen schaffe „Anschlüsse statt Ausschlüsse”.

Lob von der Bezirksregierung

Für ihr Pilotprojekt haben die beiden Schulen den ausdrücklichen Segen der Bezirksregierung. Die beiden Schulleiter seien die ersten in Aachen, die eine solche vernetzte Zusammenarbeit auf den Weg gebracht hätten, lobte Helga Jarosch. Die Leitende Regierungsschuldirektorin ist bei der Bezirksregierung zuständig für die Realschulen. Die beiden Schulen erfüllten mit Leben, was das Schulgesetz ausdrücklich empfehle. „Hier haben sich zwei starke Partner gefunden”, freute sich Oberstudiendirektorin Margarete Radermacher, zuständige Dezernentin für die Gymnasien.

Der Erfolg einer solchen Zusammenarbeit hängt letztlich ab vom Erfolg der Schüler, die das System durchlaufen. Drei junge Leute aus dem ersten Kooperationskurs stellten dem Projekt am Mittwoch ein gutes Zeugnis aus. Parhan Sharafi, Melike Öztürk und Martina Hermanns berichteten in persönlichen Worten über ihre Erfahrungen mit dem Übergang. Das Fazit: Ihre Erwartungen wurden erfüllt, sie fühlen sich gut aufgehoben. Vor allem aber blicken sie den nächsten Schuljahren hoffnungsvoll entgegen.

Gute Ideen finden Nachahmer: Das städtische Gymnasium Würselen hat bereits eine ähnlich gestrickte Zusammenarbeit mit der Realschule vor Ort gestartet. Den Kooperationsvertrag haben die Aachener Vorbilder ihnen dafür gerne zur Verfügung gestellt.
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