Aachen - Anita Brendgens sucht und findet „das Haar in der Kunst“

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Anita Brendgens sucht und findet „das Haar in der Kunst“

Von: ipf
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Anita Brendgens stellt derzeit in Oberhausen aus. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Einen schwebenden Frisiersalon aus Papier, fragmentarisch gearbeitet, liefert die Aachener Künstlerin Anita Brendgens in die Ausstellung „Hair! Das Haar in der Kunst.“ in der Ludwig Galerie Schloss Oberhausen. Somit gelangt Papierkunst aus Aachen nicht nur in die große weite Kunstwelt von Peter und Irene Ludwig im Schloss Oberhausen, sondern auch in die gestaltenden Hände von Dr. Christine Voigt, einst Mitarbeiterin im Suermondt-Ludiwg-Museum, jetzt Direktorin in jener Schloss-Galerie.

„Hair!“ ist die bislang einzige Ausstellung, die sich dem Haar widmet und dessen Bedeutung, Symbolik und Faszination von der Antike bis in die Gegenwart. Ausgehend vom Bestand der Sammlung Ludwig bringt sie etwa kunstvoll frisierte Köpfe der Antike mit Pop-Art zusammen, zeigt Haar bei Tilman Riemenschneider und Andy Warhol und bringt so Meisterwerke der Sammlung mit anderen zusammen, um sie in einem neuen Kontext zu zeigen.

Ihr schneeweißes Papier für die Abformungen macht Anita Brendgens selbst. In kleinen Stücken legt sie es feucht auf die Objekte ihrer Wahl, in diesem Fall Gegenstände und Arbeitsgeräte ihres Friseurs Walter Sievert. So wurden nach und nach Waschbecken und Schere, Föhn, Frisierstuhl, Trockenhaube und andere Dinge mehr zu Kunstobjekten und schweben nun in fragmentarischen Formen, leicht wie Hauch, in Oberhausen, und laden vor allem zum Staunen ein.

Bereits vor ein paar Jahren hatte die Künstlerin, die vor dem (Zweit-) Studium an der Kunstakademie Maastricht Chemie- und Deutschlehrerin werden wollte, zum Thema Haar in Papier gearbeitet. Schweben und Leichtigkeit sind seit ihrer Maastrichter Zeit für sie ein wesentliches Thema, das sie seinerzeit vor allem in Keramik umsetzte. Für sie sind die zarten, schwebenden Papierfragmente oft auch ein Stück Erinnerungsarbeit, etwa an das Elternhaus, die Kindheit und die Familie. Abformungen von Gebrauchsgegenständen aus dieser Zeit beschwören die Geister der Vergangenheit, um sich aus der Distanz und künstlerischen Bearbeitung heraus mit ihnen neu auseinanderzusetzen.

Im kommenden Jahr wird Anita Brendgens auch in Aachen ausstellen, doch zunächst kann man ihre Arbeiten noch bis zum 12. Januar 2014 in Oberhausen bewundern. Bei den Führungen an den Sonntagen 10. November und 1. Dezember ist sie vor Ort anwesend und freut sich auf Gespräche.

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