Angemerkt: Das digitale Ego

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Angemerkt: Das digitale Ego

Ein Kommentar von Sarah-Lena Gombert

Polizeiautos oder Rettungswagen mit Blaulicht erregen Aufmerksamkeit. Das sollen sie ja auch. Und Neugier ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, die natürlich auch uns Journalisten nur allzu bekannt ist. Doch es gibt Situationen, in denen sollte man seinen eventuell auftretenden Impuls, mal eben schnell ein Video oder ein Foto zu machen, einfach unterdrücken.

Aus rechtlichen, vor allem aber auch aus menschlichen Gründen. Wenn Menschen sich in schlimmen Situationen befinden – und das ist bei einem suizidgefährdeten jungen Mann sicherlich der Fall – dann ist das Letzte, was diese Menschen brauchen, dass Unbeteiligte stehen bleiben, um ein Video zu machen, das ihre Verzweiflung festhält.

Dass man sich in den sozialen Medien präsentiert, Fotos vom Urlaub oder ein lustiges Katzenvideo postet, Likes und Herzchen verteilt, mag zwar den einen oder anderen nerven, gehört aber wohl oder übel in die Zeit der allgegenwärtigen Smartphones. Doch die Notlage anderer sollte nicht auch noch dazu missbraucht werden, sein digitales Ego zu befriedigen.

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