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Anerkennung ist Stipendiaten wichtiger als das Geld

Von: Martina Stöhr
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Die Bürgerstiftung Lebensraum fördert gelunge Beispiele für Integration (von links): Brigitte Erm, Kudirat Bayo, Aruna Perinpanathan, Dorentina Kodralija, Hubert Schramm und Karl-Heinz Kurze (sitzend). Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Ich will zeigen, dass man es schaffen kann, auch wenn man Ausländer ist”, sagt Dorentina Kodralija und ist dafür selbst das beste Beispiel.

Die 15-jährige, deren Eltern aus dem albanischen Teil des Kosovo stammen, könnte integrierter kaum sein: Sie besucht die Realschule in Hückelhoven, ist Schul- und Klassensprecherin, Mitglied der Schülervertretung, spielt in einer Band und findet auch noch Zeit, um sportlich aktiv zu sein. So viel Engagement löst bei der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen Bewunderung aus.

Sie unterstützt Dorentina innerhalb eines bundesweiten Integrationsprojektes mit einem Stipendium. 100 Euro bekommen die Stipendiaten aus der Städteregion monatlich, dazu einen Laptop mit Drucker und eine ganze Palette an Bildungsangeboten. Das Geld spiele dabei gar keine so große Rolle, meint Abdullah Celik, dessen Wurzeln in der Türkei liegen. Wichtiger seien die Anerkennung und die Wertschätzung, die mit dem Stipendium einhergingen. Und da sind auch die anderen Stipendiaten ganz seiner Meinung.

Seit 2005 unterstützt die Bürgerstiftung Lebensraum begabte und sozial engagierte Schüler aus Zuwandererfamilien. Sie ist dabei Partner der Frankfurter Start-Stiftung, die das Projekt ins Leben gerufen hat. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist”, meint Dr. Karl-Heinz Kurze als Projektleiter und fügt hinzu: „ Und wir sind auf die Migranten angewiesen.” Deshalb wolle die Stiftung ihnen dabei helfen, ihre Potentiale und Fähigkeiten einzubringen.

Kurze betreut die Stipendiaten vor Ort und ist beeindruckt von den Persönlichkeiten, denen er dabei begegnet. „Es wäre schön, wenn deutsche Schüler genauso engagiert wären”, meint er. Und tatsächlich scheinen die Stipendiaten aus der Städteregion in höchstem Maß hilfsbereit und sozial interessiert. Sie sind Klassensprecher, als Streitschlichter an ihrer Schule im Einsatz oder helfen anderen Migranten, sich in Deutschland zurechtzufinden.

Abdullah Celik etwa hat einen Bildungs- und Integrationsverein gegründet, der Jugendlichen im Ostviertel verschiedene Freizeitangebote macht. Abdullah hat seinen Verein „Hevi” genannt, und auf kurdisch bedeutet das Hoffnung. Er engagiert sich bei den Jusos und hat seine rhetorischen Fähigkeiten schon beim Wettbewerb „Jugend debattiert” unter Beweis gestellt. An dem Stipendium schätzt er vor allem die Chance, viele interessante Menschen kennenzulernen und sich weiterzubilden.

Ebenso wie die 16-jährige Kudirat Bayo, die einer nigerianischen Familie entstammt. „Wir lernen bei den Seminaren so viele unterschiedliche Menschen und Kulturen kennen. Das ist toll.” Und die 17-jährige Aruna Perinpanathan von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule in Alsdorf ist überzeugt, dass „Integration funktionieren kann”.

Sie hätte später gerne einen Beruf, bei dem sie mit Jugendlichen arbeiten und ihnen helfen kann. Sie ist Klassensprecherin, gibt Nachhilfe und arbeitet an der Schülerzeitung mit. „Wir haben schon eine Reihe von Stipendiate von der Gesamtschule in Alsdorf”, stellt Kurze fest. „Das muss eine gute Schule sein.”

Wer die Stipendiaten der Bürgerstiftung näher kennenlernen will, ist am Sonntag, 11. April, um 16 Uhr in den Gartensaal des Hauses Matthéy, Französisches Kulturinstitut, Theaterstraße 67, eingeladen. Dort werden die Start-Stipendiaten von ihren Erfahrungen erzählen. Außerdem gibt es jede Menge Infos zu den Stipendien.

Wer kommen will, sollte sich zuvor anmelden info@buergerstiftung-aachen.de per Mail. Um auch in Zukunft Stipendien vergeben zu können, freut sich die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen über jede Spende. Bankverbindung: Sparda Bank West, BLZ 370 605 90, Spendenkonto: 3690091.

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