Andrang an den Recyclinghöfen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
Auf dem Kompostplatz Brand tü
Auf dem Kompostplatz Brand türmt sich der Grünschnitt, doch auch die anderen beiden Recyclinghöfe sind stark gefragt. Die Politik drängt seit langem auf den Bau eines vierten Platzes in Laurensberg. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Immer wieder samstags gehts rund am Kompostplatz in Brand - erst Recht zu Beginn der Gartensaison: Dann ist die Zufahrt zum Recyclinghof mit Autos voller Grünschnitt regelmäßig zugestaut.

Wie groß der Bedarf ist, hat nun auch eine Befragung gezeigt, die das Abfallwirtschaftsinstitut an der RWTH an den drei Recyclinghöfen der Stadt durchgeführt hat. Alleine in der letzten Septemberwoche vergangenen Jahres wurden dort 1700 Besucher gezählt. Eine Zahl, die selbst den Stadtbetrieb überrascht hat.

Rechnet man die stichprobenartige Untersuchung hoch, nutzt im Schnitt jeder Aachener Haushalt knapp drei Mal im Jahr das Angebot, seinen Sperrmüll, Papier, Holz, Elektroschrott, Schadstoffe, gelbe Säcke oder eben auch Grünabfälle direkt an den Recyclinghöfen abzugeben. Eindeutiger Spitzenreiter ist der Recyclinghof Brand mit Schwerpunkt Kompost, gefolgt vom Recyclinghof Lilienstraße in Rothe Erde, wo vielfach Papier entsorgt wird, aber auch schadstoffhaltige Abfälle gesammelt werden.

Während der Platz in Brand vor allem samstags überlastet ist, ist der Platz in der Lilienstraße am Wochenende erst gar nicht geöffnet - was von den Kunden vielfach moniert wird. Überlastet ist er in der Woche aber auch, weil er relativ klein ist. Generell wünschen sich die Nutzer der Recyclinghöfe längere Öffnungszeiten.

Offene Kapazitäten sieht der Stadtbetrieb bislang aber einzig auf dem Platz in der Kellershaustraße, der künftig stärker beworben werden soll, um die beiden anderen Plätze zu entlasten. Nur dort können die Aachener bislang auch Sperrmüll abgeben.

Für die Politiker aller Fraktionen war der Bericht über das Nutzerverhalten an den Recyclinghöfen im zuständigen Ausschuss zugleich Anlass, einmalmehr das Fehlen eines Recyclinghofs im Aachener Norden zu bemängeln. Ein Wunsch, der seit langem besteht, der von der Verwaltung aber bislang offenbar nur halbherzig verfolgt wird. Die Schuld an den jahrelangen Verzögerungen weisen sich die einzelnen Fachbereiche gegenseitig zu - was in der Politik für deutliche Verstimmungen sorgt.

Stadtbetriebsleiter Franz Narloch und der zuständige Abteilungsleiter Dieter Lennartz legten gleichwohl einen Fahrplan vor, der die Eröffnung eines weiteren Recyclinghofs bis 2014 im Bereich des Friedhofs am Hander Weg vorsieht. Die ersten Pläne sollen im September in den Bezirksvertretungen Laurensberg und Richterich vorgestellt werden, Baubeginn soll in der zweiten Jahreshälfte 2013 sein. Noch allerdings scheint nicht mal ein Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplans gestellt zu sein. Sowohl der Ausschussvorsitzende Claus Haase (SPD) wie auch Ferdinand Corsten (CDU) und Achim Ferrari (Grüne) drängten darauf, die Angelegenheit nun auch formal voranzutreiben.

Zugleich machten die Ausschussvertreter einstimmig deutlich, dass sie eine Erweiterung des Stadtbetriebs am Madrider Ring für dringend nötig halten. Seit langem vorgesehen ist dafür das benachbarte Gelände des ehemaligen Schlackeverwerters Schmidt. Doch auch dieses Vorhaben kommt nicht recht voran.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert