Aachen - AN-Kinderreporter bemalen mit Begeisterung Wände im Ludwig-Forum

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AN-Kinderreporter bemalen mit Begeisterung Wände im Ludwig-Forum

Von: Martina Feldhaus
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Heißt zwar „Zeichnerkongress“, sieht aber nicht so aus: Ein Raum im Ludwig-Forum ist eigens errichtet worden, um ihn anzumalen. Seniati, Feline und Lenni (von links) tun es mit Begeisterung. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Welches Kind träumt nicht davon: Mit quietschbunten, tropfenden Farben weiße Wände bemalen, von oben bis unten, den Fußboden, Stühle und Tische inklusive – einfach so, ohne hinterher Ärger zu bekommen... Für die AN-Kinderreporter Lenni (12), Feline (8) und Seniati (9) geht dieser Traum in Erfüllung.

Im Ludwig-Forum ist seit Anfang Juni das Kinderkönigreich ausgerufen (siehe Box). Und das bedeutet jede Menge Aktionen, Workshops und Spaß mit der Kunst für Kinder jeden Alters, auch für Erwachsene.

An diesem Nachmittag testen Lenni, Feline und Seniati den Zeichnerkongress und die offene Akademie im Museum an der Jülicher Straße. Zeichnerkongress? Das klingt hochtrabend künstlerisch. In Wahrheit aber ist es ein extra fürs Königreich installierter Raum mitten im Space, der nur deshalb dort errichtet wurde, um ihn komplett anzumalen. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Obendrein darf man – ohne zu fragen – einfach über schon entstandene Bilder, Zeichnungen und Sprüche drüber pinseln.

Das lassen sich die drei AN-Nachwuchsreporter nicht zweimal sagen. Ruck zuck schlüpfen sie in bunt beschmierte, übergroße Malkittel und streifen sich den Schuhschutz mit dem Gummiband über. Erst wird gekichert, „hihihi“, dann Farbe verlangt. Lufo-Hiwi Tobias Schmidt, sonst Architekturstudent und jetzt Betreuer der Drei, gießt aus großen Tuben gelassen Gelb, Blau und Rot auf Pappteller. Mit dem Pinsel geht‘s an die Wand.

„Ich weiß schon, was ich male“, ruft Seniati. Der Urlaub am Meer hat Eindrücke hinterlassen, die jetzt an die längst nicht mehr weiße Wand gebracht werden: ein Delfin im Meer. Neben ihr arbeitet Feline an einem Sternenhimmel, Lenni macht sich an einen schwarzen Spiderman – quasi die negative Identität vom roten Spiderman. Schnell ist die Farbe auf dem Teller leer, „ich brauch mehr Blau“, verlangt Feline selbstbewusst.

Um sie herum herrscht die reinste Farben- und Formenanarchie. Viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben in den vergangenen zwei Monaten bereits ihre Spuren hinterlassen, gemalt, was sie beschäftigt oder was ihnen gefällt. So schwirrt um Feline, Lenni und Seniati eine Fantasiewelt aus grünen Vögeln und blau-weißen Bienen, einer riesigen Banane, Sonnen mit großen Augen, Peace-Zeichen, Astronauten, Fensterläden mit dem Schriftzug „Ein Fenster in die Zukunft?“ und allerlei abstrakten Mustern.

„Eigentlich sollte das Ganze in Schwarz-Weiß gehalten werden“, erklärt Tobias Schmidt. Aber als Pawel Althamer – der polnische Aktionskünstler zeichnet für das Kinderkönigreich verantwortlich – sah, wie viele Kinder tatsächlich mitmachen, war klar: Es muss Farbe her.

Ohne die wäre es für die AN-Kinderreporter wohl auch nur halb so schön, wenn nicht uninteressant. Sie brauchen keine Viertelstunde und haben den Raum für sich vereinnahmt. Schon lässt Feline ein Podest mit Leiter an die gegenüberliegende Wand verfrachten. So kommt sie auch an die oberen Gefilde des Raums heran. Und dort entsteht jetzt, direkt auf dem Hals einer Frau mit rotem Gesicht, ein weiteres: ein Monstergesicht mit weißen, scharfen Zähnen.

Lenni hat sich stattdessen direkt mal einen breiten Farbroller gegriffen, wenige Minuten später schlängelt sich eine grüne, dicke Schlange mit roten Streifen und spitzer Zunge über die halbe Wand. „Eine Wand durften wir noch nie bemalen“, sagt Seniati begeistert.

Aber nicht nur den Zeichnerkongress, sondern auch die offene Akademie wollen die AN-Kinderreporter ausprobieren. Dort liegen auf großen Tischen und in Regalen jede Menge Materialien bereit, die zum Basteln und Gestalten einladen: Kreide und Buntstifte, Ton und Tonpapier, Pappe und Holzklötzchen. Lenni, Feline und Seniati entscheiden sich – nachdem sie kurz durch das Foyer des Lufos getobt sind, vorbei an kinderhohen Häusern aus Pappe und Bäumen aus Holzklötzchen – für den hellen Ton, den man prima mit den Händen formen kann.

Ob daraus eine Eule, Katze oder Schildkröte, ein Geist, eine Hand oder ein Diamant wird, steht noch nicht fest. Fest steht aber für die Drei: „Wir wollen noch ganz lange hierbleiben.“ Das Ludwig-Forum scheint für unsere Kinderreporter zurzeit tatsächlich ein kleines Königreich zu sein – wo man Dinge tun kann, wie nirgendwo sonst.

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