Aachen - Amoklauf in Schule: Alles nur gespielt

Amoklauf in Schule: Alles nur gespielt

Von: Heiner Hautermans
Letzte Aktualisierung:
amoklauf Übung
Unter Führung der Johanniter fand jetzt eine Großübung im und um den Bunker Scheibenstraße statt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Martinshorn und Blaulicht kamen flächendeckend zum Einsatz und waren echt, der eigentliche Einsatz zwar spektakulär, aber fiktiv: Eine Johanniter-Einsatzeinheit probte am Montagabend einen Großeinsatz im Bunker an der Scheibenstraße.

Amoklauf in einer Schule, ein mit verschiedenen Waffen wie Messern und Pistolen bewaffneter Täter eröffnet das Feuer auf die dort anwesenden Kinder, bringt an ihren Körpern Explosionskörper an. Hilferufe dringen aus dem Gebäude, doch der Attentäter versperrt die Türe. Er muss erst von einem Sondereinsatzkommando der Polizei überwältigt werden, erst dann wird das Ausmaß der Katastrophe deutlich. Etwa 20 Verletzte liegen in dem verwinkelten Gebäude, sie sind mit künstlichem Blut und Theaterschminke entsprechend drapiert.

Übungsleiter Jens van den Berken hat das dramatische Szenario ersonnen. Er sieht, wie zwei Johanniter die schwerste Aufgabe übernehmen. Sie müssen die Patienten, die in den verwinkelten Gängen und Räumen liegen und laut schreien, sichten und nach der Schwere der Verletzung einteilen. Den Transport in die Verletztensammelstelle vor dem Bunker übernahmen andere Rettungskräfte, was sich mitunter etwas schwierig gestaltete. „Die Örtlichkeit war schwierig und der Behandlungsort etwas abgelegten“, erklärt Ralf Marquardt, der Fachbereichsleiter Einsatzdienst. Insgesamt 60 Johanniter beteiligten sich an der Großübung, unterstützt durch die Verkehrskadetten, die etwa die Polizisten stellten. Vorsichtshalber werden auch Wasserschläuche ausgerollt, falls einer der (fiktiven) Brandsätze explodiert.

Die Bilanz der stundenlangen Aktion zieht Marquardt am Tag danach: „Es gab viel Gutes, aber auch Schwachstellen.“ Verbesserungsmöglichkeiten gebe es etwa bei der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Diensten und den Alarmierungsketten. Unter dem Strich sei er aber mit dem Verlauf und dem Timing der Übung hochzufrieden, weil man das theoretisch erworbene Wissen in die Praxis umgesetzt habe.

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