Am Tivoli stehen keine Alarme mehr an

Von: Holger Richter
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Der Rasen ist grün, Alarme stehen nicht an und auch die Notstromanlage läuft wieder vorschriftsmäßig. Foto: Harald Krömer
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Auch die Notstromanlage läuft wieder vorschriftsmäßig. Foto: Holger Richter
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Dezernent Manfred Sicking, ASB-Geschäftsführer Bernd Deil, Gebäudemanagementsleieter Klaus Schavan und ASB-Aufsichtsratschef Heiner Höfken (von links) überzeugen sich davon vor Ort. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Anzeige an der Notstromanlage am Tivoli hat quasi symbolischen Wert: „Es stehen keine Alarme an“ steht dort Schwarz auf Grün. Mit anderen Worten: Die 365 Mängelpunkte, die ein Gutachten vor gut neun Monaten auflistete und die Alarmglocken bei der Stadt als Stadioneigentümer schrillen ließ, sind abgearbeitet.

„Wir haben jetzt ein voll funktionsfähiges Stadion“, bilanziert der städtische Beigeordnete Manfred Sicking beim Ortstermin am Mittwoch.

Und das hat die Aachener Stadion Beteiligungs GmbH (ASB), die als 100-prozentige Tochter der Stadt den Tivoli betreibt, nun auch schriftlich. Die städtische Bauaufsicht bestätigt: „Die aufgetretenen Mängel und Beanstandungen wurden vollständig abgearbeitet. Der Vorhaltung von Sicherheitsmaßnahmen bedarf es nicht mehr.“ Kein Wunder also, dass Sicking, der Leiter des Gebäudemanagements Klaus Schavan, der ehemalige Prokurist und neue Geschäftsführer der ASB, Bernd Deil, sowie der Aufsichtsratsvorsitzende der ASB, Heiner Höfken, am Mittwoch zum Tivoli gekommen sind, um auf das Geschaffte hinzuweisen und sich bei allen Beteiligten zu bedanken.

Sicherheit nie gefährdet

Zwar sei zu keiner Zeit die Sicherheit der Akteure oder Zuschauer im Stadion gefährdet gewesen, betont Sicking, es habe aber eklatante Versäumnisse gegeben, „die vor allem in unterlassenen Wartungsarbeiten technischer Anlagen liegen.“ Oder wie es Klaus Schavan ausdrückt: „Wartungen, Prüfungen, Inspektionen sind einfach nicht gemacht worden. Das war wirklich viertklassig“, sagt der Leiter des Gebäudemanagements mit Blick auf die Spielkasse der Alemannia. Aber: „Diese Aufgaben sind nun erledigt, die Anlagen sind in bester Verfassung“, fasst Sicking zusammen.

Dabei sei der Tivoli eine große Herausforderung für alle Beteiligten gewesen, sagt Schavan, schließlich habe sein Gebäudemanagement normalerweise mit Kindergärten, Schulen oder Verwaltungsgebäuden zu tun, nicht aber mit einem Fußballstadion. „Das war schon ein mulmiges Gefühl damals, weil wir alle den Tivoli nur als Zuschauer kannten.“ Doch diese Herausforderung hat das Gebäudemanagement gemeistert – mit einer internen Arbeitsgruppe und der Abstellung des technischen Abteilungsleiters Bernd Deil als Prokuristen der ASB. Und das alles mit den zwei Millionen Euro, die die Stadt sowieso jährlich in den Betrieb des Tivoli schießt. „Die Mängelbeseitigung allein hat circa 350.000 Euro gekostet“, sagt Deil.

Und fast ganz nebenbei ist dabei auch die ASB wieder saniert und in einen funktionstüchtigen Zustand versetzt worden – mit Bernd Deil als neuen Geschäftsführer, der nun über neun Mitarbeiter verfügt, die sich um den Betrieb, Erhaltung und ab April auch um die Finanzbuchhaltung des Stadions kümmern. Zielsetzung dabei ist, das Stadion so zu betreiben, dass der städtische Zuschuss minimiert werden könne und, fügt Deil hinzu, der Tivoli auch für weitere Veranstaltungen genutzt werden könne – mehr als dass das bislang ohnehin schon der Fall sei.

Einige Baustellen aber bleiben: Zunächst der Rechtsstreit mit der Firma Hellmich über Mängel beim Bau des Stadions, der unabhängig von den behobenen Sicherheitsmängeln weiterlaufe, so Schavan. Dann die Position des technischen Abteilungsleiters beim Gebäudemanagement, die nach dem Wechsel Deils zur ASB noch unbesetzt ist. Und schließlich die sportliche Baustelle. Denn darin sind sich alle Beteiligten einig: Wirklich erfolgreich kann der Tivoli nur mit einer erfolgreichen Alemannia betrieben werden. „Am besten natürlich im Profibereich“, sagt ASB-Aufsichtsratsvorsitzender Heiner Höfken. Doch bis dahin sind noch einige Mängel mehr zu beseitigen – nicht mehr am Stadion, sondern am Verein.

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