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Am Samstag gehen in Aachen die Lichter aus

Von: Werner Breuer
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Aachen. Am Samstag gehen in Aachen die Lichter aus. Die Stadt beteiligt sich an der weltweiten Klima- und Umweltschutzaktion „Earth Hour“ des World Wildlife Fund (WWF).

„Es ist eine symbolische PR-Aktion“, stellt Umweltdezernentin Gisela Nacken klar. Auf die Stromrechnung hat es wohl kaum Auswirkungen, wenn am 23. März um 20.30 Uhr markante Gebäude wie Dom, Rathaus, Theater, Marschiertor oder auch das Fischpüddelchen für eine Stunde finster bleiben.

Zum dritten Mal beteiligt sich die Stadt an der weltweiten Dunkelheit. Schon zum siebten Mal bittet der WWF zum Lichtschalter. Begonnen hatte es im Jahr 2007 in Sydney, schon im Jahr darauf gingen in 35 Ländern die Lampen aus. „Das ist wie eine Kettenreaktion“, meint Gisela Nacken. Und Klaus Meiners, der stellvertretende Leiter des städtischen Fachbereichs Umwelt, kann das Muster erklären: „Wenn ich das Licht ausmache, fragt mein Nachbar, warum ich das tue.“ Und bei der nächsten Earth Hour bleibt dann vielleicht auch das Nachbarhaus düster.

So funktioniert das schon seit Jahren. Nach dem ersten Aufruf zur Finsternis schalteten im Jahr darauf schon geschätzte 50 bis 100 Millionen Menschen zur vorgegebenen Stunde – auf der ganzen Welt um 20.30 Uhr Ortszeit, damit man die Dunkelheit auch sehen kann und nicht etwa am helllichten Tag die Earth Hour gar nicht mitbekommt – die Beleuchtung aus. Im Jahr 2009 waren es dann schon mehre hundert Millionen. Ermittelt wurde diese Zahl anhand von registrierten Teilnehmern, Umfragen und des zurückgegangenen Energieverbrauchs.

Letzterer dürfte am Samstag in Aachen nicht auffällig sinken. Einige hundert Kilowattstunden würden wohl weniger verbraucht, erwartet Gerhard Klüfkorn, der bei der Stawag für die Straßenbeleuchtung zuständig ist. Zum Vergleich: Ein Privathaushalt verbraucht pro Jahr im Durchschnitt etwa 3500 Kilowattstunden. Die lichtlose Stunde wird demnach im Stromnetz nicht groß auffallen.

Für Klaus Meiners ist das aber auch nicht Zweck der Übung: „Es geht darum, dass die Leute hinterfragen.“ Jeder sollte sich bewusst machen, dass sein Verhalten Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima hat. Deshalb sind die Aachener ausdrücklich zur Verdunklung aufgerufen. Die Stadt jedenfalls wird so ziemlich jedes Lämpchen ausknipsen, was nur dekorativ leuchtet, also auch Bodenstrahler unter Bäumen. Die Straßenbeleuchtung bleibt aber aus Sicherheitsgründen eingeschaltet.

In London bleibt übrigens der Big Ben dunkel, in Rio die Christusstatue. Das Fischpüddelchen ist also in guter Gesellschaft.

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