Am runden Geburtstag erstmals abgetaucht

Von: Manfred Kutsch
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Feierte am Dienstag seinen 70. Geburtstag: der Aachener Gastronom Hans Hollands. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Zum Geburtstag kann man dem Mann nur im Nachhinein gratulieren. Denn eine Veröffentlichung dieses Artikels punktgenau zum 70. am gestrigen 8. Februar hat er strikt untersagt. Freilich aus einem geradezu romantischen Grund.

„Ich möchte nach 46 Ehejahren zum ersten Mal allein mit meiner Frau und in unserem Hause diesen Tag in aller Ruhe begehen”, sagte Hans Holland vor einiger Zeit.

Sein Wunsch war Befehl: Der Herr der Gastronomie, der sein Leben lang inklusive Geburtstage im Trubel seiner Branche wirbelte, durfte für sich sein - und damit für Ehefrau Janny. Aber jetzt hat das Versteckspiel hat ein Ende, die Gratulanten stehen Schlange, er hat es verdient. Denn „der Hollands” - die Öcher dichten ihm gerne ein „s” ans Namensende - hat viel für diese Stadt, die Menschen und vor allem für die Gäste getan. „Der Hollands” hat sich zu einer Institution entwickelt.

Ungezählte Prominente

Fast ein halbes Jahrhundert lang, genau von September 1959 bis März 2008, galt er als Seele des Elisenbrunnens, in dessen Restaurant sich Generationen die Klinke in die Hand gaben. Besucht von vielen Touristen und ungezählten Prominenten wie Udo Jürgens, Hildegard Knef, James Last, Sir Peter Ustinov oder Pierre Brice, dem die „hellwachen Augen” seines Gastgebers so aufgefallen waren, dass er dies ins Gästebuch schrieb.

Seine Karlspreis-Dinners mit 5740 Geschirrteilen, seine 800-Leute-Empfänge in Brüssel und anderswo, sein Catering in allen denkbaren Orten und Häusern in Aachen und der Region - alles nur Vergangenheit im Leben des Managers? Hat sich der 70-jährige etwa zur Ruhe gesetzt?

Hans Holland beantwortet die Frage mit seinem typisch schlitzohrig-nachsichtigen Lächeln. „Ein Hobby von mir ist, dass ich für Rat, Dienstleistungen und Weitergabe von Erfahrungen gerne zur Verfügung stehe.” Das ist wohl etwas untertrieben. Tatsächlich ist „der Hollands” als gastronomischer Ausrichter von Veranstaltungen weiterhin sehr gefragt.

Blättert man im Archiv über das Geburtstagskind, finden sich bemerkenswerte Zitate über sein Leben: „Man hat es uns nicht leicht gemacht. Aber die wahre Freude an der Arbeit haben wir nie verloren.” Oder: „Lorbeer ist ein Gewürz und kein Grund zum Ausruhen.”

Erfahrungen, die Hans Holland im Hotel- und Gaststättenverband, im Verkehrsverein, in der Industrie- und Handelskammer, in Prüfungsausschüssen, im Verband der Köche oder anderswo weitergab und -gibt.

Wie er am Dienstag seinen Geburtstag wohl verbracht haben mag? Da lässt uns der Jubilar spekulieren. Naheliegend ist der heiß geliebte Spaziergang vom heimischen Vaalserquartier zum Dreiländereck. Aber noch sicherer erscheint das gemeinsame Essen des Ehepaares mit seinem Leib- und Magengericht. Roastbeefgulasch a lá Janny und zwar mit Bratkartoffeln. Dieses Geschenk hätte ihm sonst niemand machen können.
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