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Am Mittwoch heißt es wieder: Ab in den Schatten und viel trinken

Von: gei
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Drinnen rollen die Kugeln, draußen spritzt das Wasser: Der 14-jährige Tobias findet Abkühlung im Brunnen vor dem Spielcasino. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Dienstag brachte den Aachenern nur vorübergehend Erleichterung. Schon für Mittwoch sagt die Aachener Wetterwarte für unsere Region wieder Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke voraus. Ärzte raten daher weiter dazu, mit den eigenen Kräften zu haushalten und vor allem viel Mineralwasser zu trinken.

So schön die Sommerhitze für all jene ist, die sich im Hangeweiher, an Brunnen oder an umliegenden Badeseen abkühlen können, so belastend ist sie für alle, die arbeiten müssen oder auch ihre Kräfte beim Sport überschätzen. Hauptproblem: „Die Leute trinken zu wenig”, sagt Dr. Peter-Friedrich Petersen, Leiter der Notaufnahme am Aachener Uniklinikum.

Er und seine Kollegen hatten in den letzten Tagen überdurchschnittlich viele Menschen mit Kreislaufproblemen und Schwächezuständen zu versorgen. Auch die Rettungskräfte der Feuerwehr mussten immer wieder Menschen helfen, die mit der Gluthitze zu kämpfen hatten. Spektakuläre Einsätze gab es zuletzt bei einem Sportfest im Waldstadion, wo mehrere Jugendliche zusammengebrochen sind, und beim Lousberglauf, bei dem ein Läufer wiederbelebt werden musste. Auch beim Soerser Sonntag hatte Petersen reichlich zu tun. „Vor allem Ältere sind betroffen”, sagt er, „aber auch Jüngere neigen dazu, sich gewaltig zu überschätzen.”

Um gut durch die nächsten heißen Tage zu kommen, müssten laut Petersen lediglich drei Ratschläge beherzigt werden: Reichlich trinken (vor allem Mineralwasser oder Fruchtsäfte), sich nicht überschätzen, viele Pausen im Schatten einlegen.

Kontrolle ist zuweilen nötig, denn kleinere Kinder vergessen das Trinken, und älteren Leuten fehlt oft das Durstgefühl. Zumindest die Aachener Hausnotrufeinrichtungen können in dieser Hinsicht Entwarnung geben. „Keine Auffälligkeiten”, melden Gerold Alzer (Malteser Hilfsdienst) und Dirk Winkelmann (Rotes Kreuz). „Das wundert mich selbst”, sagt Winkelmann, denn in der Vergangenheit haben immer wieder ältere Leute mit Blutdruck und Kreislaufproblemen behandelt werden müssen. „Vielleicht haben sie durch die vielen Berichte und Hinweise dazugelernt.”

Unterdessen bleibt die Arbeit eine Qual - und zwar nicht nur in der Heißmangel oder der Backstube. Ein Anrecht auf Hitzefrei oder auf eine Klimaanlage gibt es jedoch nicht, klärt Karl Panitz vom DGB in Aachen auf. „Die Betriebe müssen dafür sorgen, dass ein arbeitsfähiges Klima herrscht” - im Einzelfall aber wird das sehr unterschiedlich ausgelegt. „Tarifvertragliche Regelungen gibt es nicht”, so Panitz. Und so bleibt es beim Appell an die Arbeitgeber, möglichst Getränke bereitzustellen und für schattige Pausenplätze zu sorgen.

Für Bauarbeiter und Gärtner hat derweil die Gewerkschaft IG BAU sogenannte UV-Cards bereitgestellt. Sie signalisiert allen, die unter freiem Himmel arbeiten, wann die UV-Straglung zum Risiko wird und wann man sich mit Sonnencreme einreiben sollte. Betriebsräte können die UV-Card unter 0241/946730 anfordern.

Auch beim Besuch des Reitturniers sollte niemand auf ausreichenden Hautschutz, möglichst lockere Kleidung und einen Sonnenhut oder eine andere Kopfbedeckung verzichten.

Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit sind deutliche Anzeichen für einen drohenden Hitzschlag. Spätestens dann heißt es: Schatten suchen, Ruhe halten und trinken.
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