Am Karlsfest gehört das Rathaus allen Aachenern

Von: Nina Krüsmann
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Auch der Erzbischof von Toledo
Auch der Erzbischof von Toledo und Aachens Bischof Heinrich Mussinghoff werden von der Rathausgarde Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Der mächtigste Herrscher des mittelalterlichen Abendlandes hat für Aachen eine ganz besondere Bedeutung: Anlässlich des Todestages Karls des Großen am 28. Januar feiert die Kaisersstadt deshalb jedes Jahr ein großes Fest.

Das Karlsfest am Sonntag begann traditionell mit dem Aufmarsch der Karlsschützengilde von 1198 Aachen vom Elisenbrunnen zum Dom, wo der Festzug dem feierlichen Pontifikalamt beiwohnte.

Bischof Heinrich Mussinghoff begrüßte diesmal eine Delegation aus Aachens Partnerstadt Toledo unter der Leitung des Erzbischofs von Toledo, Monsignore Braulio Rodriguez Plaza, dem römisch-katholischen Primas von Spanien.

Plaza war Hauptzelebrant und Prediger der Feier zum Karlsfest, Mussinghoff hatte ihn als Dank für die herzliche Aufnahme der Jugendlichen aus dem Bistum Aachen beim letzten Weltjugendtag in Madrid eingeladen.

„Europa geschaffen”

An das Europa der vorkarolingischen Zeit, in dem politisches Chaos herrschte und die Völker orientierungslos waren, erinnerte Erzbischof Rodríguez Plaza in seiner Predigt. „Es war die Kirche mit Männern wie Karl dem Großen, die damals ein Europa geschaffen und die Völker im christlichen Glauben versammelt hat”, sagte Plaza.

Das Europa des 20. Jahrhunderts sei als politisches Projekt eine Antwort auf die zwei Weltkriege und den Totalitarismus. Auch heutegelte es wieder, die christlichen Wurzeln Europas in Erinnerung zu rufen, damit Europa ein effektiver Garant der Rechtsstaatlichkeit und wirksame Förderin der universellen Werte sein könne.

Nach dem Gottesdienst zogen die Karlsschützen mit den St. Katharina-Schützen aus Forst, die das Stadtkönigspaar Werner und Helga Rupp begleiteten, zum Rathaus. Im Krönungssaal fand das Patronatsfest der Schützen statt.

Dabei erinnerten sie an ihren Namenspatron: Im Mittelalter hatte Karl von seiner Aachener Residenz aus sein großes Reich regiert. Am 28. Januar 814 verstarb er in Aachen und wurde noch am selben Tag in seiner Pfalzkapelle beigesetzt. Erzbischof Plaza trug sich in das Goldene Buch der Stadt Aachen ein.

Bis abends war das Rathaus zur Besichtigung freigegeben. 3400 Gäste wurden gezählt. Seit 2004 begrüßt die Rathausgarde Öcher Duemjroefe beim Karlsfest die Besucher.

„Die Öcher finden es toll, auch die Räume sehen zu können, die sonst verschlossen bleiben”, sagt Karl-Heinz Brand vom Vorstand der Duemjroefe. Sehenswert sind etwa der Chorerker des Krönungssaals mit den Nachbildungen der Reichskleinodien und die Rethel-Fresken.

„Schließlich ist das Rathaus ja auch Station der Route Charlemagne.” All das war ein kleiner Vorgeschmack auf die Feierlichkeiten zum Karlsjahr 2014 - die Planungen laufen auf Hochtouren.
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