Am helllichten Tag: Seniorin im Frankenberger Viertel erstochen

Von: Heiner Hautermans
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Eine Dreiviertelstunde lang wurde die Oppenhoffallee Dienstagnachmittag komplett gesperrt. Kräfte der Einsatzhundertschaft suchten unter Autos, in Gullys und Mülleimern nach Beweismitteln. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Betroffenheit stand ihnen ins Gesicht geschrieben, den Sanitätern, Notärzten, Polizisten und ersten Besuchern einer Gaststätte, die Dienstagmittag vor dem Haus Oppenhoffallee 125 standen. Gegen 11.45 Uhr war es in der ersten Etage über dem Lokal „Baykus“ zu einer dramatischen Entwicklung gekommen.

Die 71-jährige Bewohnerin hatte lautstark um Hilfe gerufen und so eine Nachbarin auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam gemacht. Diese verständigte über den Notruf die Polizei, die sofort Streifen zu der angegebenen Adresse entsandte. Beim Eintreffen der ersten Beamten lebte die 71-Jährige noch, doch auch ärztliche Notmaßnahmen konnten nicht verhindern, dass die Bewohnerin noch an Ort und Stelle verstarb.

Oberstaatsanwalt Robert Deller: „Nach ersten Erkenntnissen wurde sie Opfer eines Kapitalverbrechens.“ Die Frau lebte demnach allein in ihrer Wohnung. Die Oppenhoffallee wurde postwendend zwischen Kurfürstenstraße und Viktoriastraße gesperrt, in dem sich stauenden Verkehr strandeten auch zwei Busse der Linien 57 und 34, deren Fahrgäste aussteigen und zur nächsten Haltestelle gehen mussten. Nach und nach trafen immer mehr und hochkarätigere Beamte ein, gegen 12.40 Uhr auch Polizeidirektor Christian Außem, der aber keine Auskünfte erteilte: „Das geht jetzt sowieso an die Staatsanwaltschaft.“

Die Gaststätte „Baykus“ öffnet üblicherweise um 11 Uhr ihre Pforten, erzählte Inhaber Kazim Kulaksiz, der das Lokal nach eigenen Angaben vor fast 20 Jahren eröffnet hat. „Ich selbst habe nichts mitbekommen, ich habe nebenan geschlafen.“ Das Opfer habe er gekannt, jedoch wenig Kontakt zu ihm gehabt. Seine Gäste stammten meist aus dem Frankenberger Viertel, sagte der gebürtige Türke weiter. Mehr mitbekommen hatte einer dieser frühen Besucher, der später auch zur Aussage ins Polizeipräsidium mitgenommen wurde. „Ich habe gesehen, wie kurz danach ein Mann rausgegangen ist.“ Er schilderte ihn als 30 bis 40 Jahre alt.

Ins Präsidium

Andere Zeugen sahen, wie dieser Mann sich über die Mittelinsel der Oppenhoffallee in Richtung Goerdelerstraße entfernte, wobei er sich auffällig umgesehen habe. Sie beschrieben ihn als 1,80 bis 1,90 Meter groß, schlank, mit dunklen kurzen Haaren und dunkler Kleidung. Staatsanwalt Wilhelm Muckel fragt: „Wer hat diese Person in der Zeit zwischen 11 und 12.30 Uhr im Bereich der Oppenhoffallee gesehen?“ Oberstaatsanwalt Robert Deller wollte nicht bestätigen, dass es sich möglicherweise um den Täter handelte, so weit hätten sich die Erkenntnisse noch nicht verdichtet. In seiner offiziellen Information hieß es lediglich: „Ein Tatverdächtiger konnte bislang nicht ermittelt werden.“

Zu den Informationen der „Nachrichten“ passt allerdings, dass nachmittags das Gebiet um die Gaststätte weiträumig mit Flatterband „Polizeiabsperrung“ abgetrennt wurde und später sogar Teile der Einsatzhundertschaft sowie Feuerwehr anrückten, um die gesamte Oppenhoffallee in diesem Bereich akribisch abzusuchen. Auch ein Fährtenhund wurde dem Vernehmen nach bei der Suche nach Beweismitteln, möglicherweise der Tatwaffe, eingesetzt. Die Zeugen, die den „Nachrichten“ Auskünfte gegeben hatten, wurden nachmittags ebenfalls ins Polizeipräsidium bestellt.

Während die Staatsanwaltschaft keine Angaben dazu machte, wie die Frau ermordet worden ist, hieß es in ersten Meldungen, dass sie erstochen worden sei. Auch zum Motiv oder den Hintergründen der Bluttat wollte oder konnte Dezernent Deller am Dienstag keine Angaben machen: „Nähere Einzelheiten zum möglichen Ablauf der Geschehnisse liegen zurzeit noch nicht vor.“

Ergänzung: Die Obduktion der Leiche am Mittwoch bestätigte unsere Information, dass die Frau Opfer eines Messerangriffes wurde. „Sie starb an einer Stichverletzung“, sagte Oberstaatsanwalt Robert Deller.

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