Aachen - Am Grashaus gibt‘s jetzt Infos über das Großprojekt

Am Grashaus gibt‘s jetzt Infos über das Großprojekt

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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An diesem Baustellenbanner haben viele ihre Freude: Vertreter der Stadt und der IG Domviertel stellen die Plane am Donnerstag vor. Foto: Heike Lachmann

Aachen. Interessierte Passanten am Fischmarkt bekommen jetzt eine Ahnung, worauf sie sich freuen dürfen. Am Grashaus ist die nichtssagende weiße Baustellenplane verschwunden.

Seit einigen Tagen ist dort weine neue Plane gespannt: Sie zeigt auf gut zwölf Metern ein Stück Häuserfront. Darauf kann man sehen und in vier Sprachen auch lesen, was eines der ältesten Häuser Aachens demnächst bieten soll. Das Grashaus, 1267 erbaut, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es war Rathaus, Bürgerhaus, Gericht, Kerker und – viel später – Stadtarchiv. Nun wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das Gebäude wird zu einer Station der Route Charlemagne umgebaut. Künftig soll es seinen Besuchern das Thema Europa näherbringen.

Das Haus lädt dann junge Menschen ein, sich mit der europäischen Geschichte zu beschäftigen. Es soll ein Ort der Diskussion über die europäische Gegenwart und Zukunft sein. Ein „europäisches Klassenzimmer“, Ausstellungs- und Medienbereiche sollen das Thema Europa erschließen. Das Baustellenbanner informiert nun in Stichworten über Geschichte und Zukunft des Hauses. Für das Projekt haben die Stadt und die Interessengemeinschaft (IG) Domviertel an einem Strang gezogen. „Die Kosten von rund 2500 Euro haben wir uns auch geteilt“, teilt Jutta Bacher, Marketingchefin der Stadt, mit.

Viele gucken interessiert hin

„Wir werden uns darum kümmern, dass das Banner immer ordentlich und sauber bleibt“, verspricht Martin Görg von der IG Domviertel. Vor allem bei den Aachen-Gästen komme die informative Baustellenabsperrung bestens an, hat er beobachtet. Schließlich ist das alte Gebäude unweit des Doms ein echter Hingucker.

Der Bauzaun samt Bespannung soll auch während der großen Karls­ausstellungen und der Heiligtumsfahrt stehenbleiben. Denn hinter dem Zaun ist Baumaterial für die Baustelle gelagert.

Projektleiterin Brigitte Schuh vom städtischen Gebäudemanagement und Architekt Albert Frey sind unterdessen sehr zufrieden mit dem Baufortschritt. Seit dem vergangenen Jahr wird gebaut. „Und wir liegen gut im Zeit- und Kostenplan“, versichert Frey. Die gesamte Maßnahme ist auf rund zwei Millionen Euro veranschlagt.

Derzeit stehen Estrich-, Trockenbau- und Installationsarbeiten an. Nach Karneval wird die mittelalterliche Fassade eingerüstet. „Dann wird die Bleiverglasung aus den Fenstern herausnommen, damit die alten Eichenrahmen aufgearbeitet werden können“, erklärt Brigitte Schuh.

Alte Häuser sind ja oft für eine Überraschung gut. So haben die Arbeiter unter dicken Putzsschichten prächtige Wandmalereien entdeckt. Der alte Eichendielenboden, der im ehemaligen Lesesaal ans Licht kam, soll auf jeden Fall erhalten bleiben, verspricht die Projektleiterin.

Jetzt Plane, später Taschen?

Zurück zur Bauzaunbespannung: Sie besteht aus einem strapazierfähiger Netzgittermaterial, das winddurchlässig ist und so auch weniger anfällig für Sturmböen. Bei der Entwicklung des Aufdrucks hat die Agentur Neumann geholfen.

Irit Tirtey, kaufmännische Leiterin des städtischen Kulturbetriebs, hat auch schon eine Idee, wie die große Plane nach Ende der Bauarbeiten genutzt werden könnte. „Vielleicht lassen wir Taschen daraus machen?“ überlegt sie. Solche Souveniers wären sicher auch prima Werbeträger für die Route Charlemagne.

Architekt Albert Frey fasst derweil schon entspannt den Eröffnungstermin ins Auge. Die Bauarbeiter, erwartet er, werden spätestens im Oktober raus sein. Dann könnte die letzte Station der Route Charlemagne bereits Ende des Jahres eröffnet werden. Aus Aachens erstem Rathaus wird dann das Laboratorium Europas. Führungen kann man derzeit noch nicht buchen. Anfragen gibt es aber schon reichlich.

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