Aachen - AM-Freitreppe: Bald wird nachgebessert

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AM-Freitreppe: Bald wird nachgebessert

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Behindertenverbände hatten massive Kritik an der Gestaltung der Freitreppe zwischen Borngasse und Aureliusstraße geübt. Das eine oder andere soll sich jetzt ändern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Für die Zukunft erhoffen sich die Behindertenverbände, mehr in die Bauplanung einbezogen zu werden, der OB gesteht in Teilbereichen Fehler ein und verspricht Gesprächsbereitschaft, und an der Treppe wird bald nachgebessert.

Das ist - kurz gefasst - das Ergebnis des Gespräches am Dienstagabend zwischen Oberbürgermeister Marcel Philipp und Verantwortlichen der Bauverwaltung, des Planungsamtes und dem Behindertenbeauftragten auf der einen Seite sowie dem VdK, Pro Retina, Rollstuhl-Club Aachen (RSC), dem Alexianderkrankenhaus, der Arbeitsgemeinschaft Hörgeschädigter und dem Senioren-Beirat auf der anderen Seite.

Anlass war die teilweise massive Kritik der Behindertenverbände an der Freitreppe der Aachen-Münchner, einer neuen Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt.

Das Stadtoberhaupt hat nach Auskunft des Presseamtes zugesagt, dass die Verwaltung aus gemachten Fehlern lernen wird. Philipp versprach während des Gespräches, dass einiges an der Treppe verbessert werde. Regina Poth vom Planungsamt teilte mit, dass sie bereits mit den Vertretern der Aachen-Münchner Kontakt aufgenommen habe.

Danach sei entschieden worden, den Handlauf der Treppe zu erweitern. Derzeit ist er noch an den Absätzen unterbrochen, das soll geändert werden. Außerdem soll ein kontrastierender Leitstreifen aus Granitstein für Sehbehinderte auf bestimmten Treppenstufen angebracht werden.

Kritik hält an

Auf jeden Fall werde die Stadt laut Presseamt dafür sorgen, dass die Kommission für barrierefreies Bauen bei den anstehenden Bauvorhaben wie der Bel Etage am Büchel und der neuen Brücke am Tivoli schon von Beginn an eingebunden sei.

Der Oberbürgermeister habe sich kompromissbereit gezeigt, dennoch sei die Diskussion angespannt gewesen, war zu hören. VdK-Vorsitzender Helmut Huntgeburth lobt im Gespräch mit den „Nachrichten” die Offenheit des OB und glaubt, dass sich die Verwaltung bewege: „Ich habe da ein gutes Gefühl, das war ein gutes Gespräch.”

Dagegen kritisieren Caline Strack als Sprecherin der Kommission barrierefreies Bauen und Dietlind Schudoma-Wollgarten von Pro Retina weiterhin die Verwaltung.

„Der OB will nur prüfen lassen, ob wir wie Aseag und Polizei an den Sitzungen der Fachausschüsse teilnehmen dürfen”, bemängelt Caline Strack. Dabei sei beim Bau der Freitreppe schon gegen geltendes Recht gearbeitet worden, moniert sie. Die geplanten Änderungen an der Treppe seien keine Verbesserungen.

„Da müssen Handläufe an beiden Seiten für Sehbehinderte angebracht werden, denn einen Blindenhund führt man mit der linken Hand, mit der rechten muss man sich am Geländer festhalten können”, erklärt Strack. Auch Rollstuhlfahrer oder Menschen, die auf einen Rollator angewiesen seien, hätten von den Änderungen nichts.

Dietlind Schudoma-Wollgarten versteht nicht, dass Regina Poth vom Planungsamt bereits mit den AM-Vertretern Änderungen abgesprochen hat: „Da sind wir ja wieder nicht eingebunden worden.” Sie fordert: „Vor jeder Baumaßnahme muss kompetenter Rat von Fachleuten eingeholt werden.”
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