Am Ende kommen doch alle zum September Special

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
15358931.jpg
Andrang zum Abschluss: Beim Konzert der Kölschrocker von Kasalla ist der Markt rappelvoll. Und so sind die Veranstalter doch noch zufrieden mit der Resonanz, obwohl zum Auftakt wegen des Regens nur wenige kamen. Foto: Andreas Herrmann
15358999.jpg
Andrang zum Abschluss: Beim Konzert der Kölschrocker von Kasalla ist der Markt rappelvoll. Und so sind die Veranstalter doch noch zufrieden mit der Resonanz, obwohl zum Auftakt wegen des Regens nur wenige kamen. Foto: Andreas Herrmann
15358478.jpg
Runde Sache: Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, vom Riesenrad auf dem Katschhof aus den Blick über die Stadt schweifen zu lassen. Dank verglaster Gondeln ging das auch bei schlechtem Wetter.

Aachen. Am Ende war es dann doch nicht so schlimm mit dem Wetter: Am letzten Tag des September Specials zeigten sich die Veranstalter des Aachener Kulturfestivals versöhnlich. Denn die Besucherzahlen stimmten. Alleine beim kurzen Auftritt der Kölschrock-Band Kasalla auf dem Markt am Sonntagmittag war Aachens gute Stube rappelvoll.

Dicht gedrängt stehen ältere Pärchen mit Sektflöte, Familien mit Kindern, die von Papa auf die Schulter genommen werden und Gruppen von Studenten und warten darauf, dass das Kasalla-Konzert beginnt. Es ist vermutlich das mit Abstand am besten besuchte Konzert an diesem Wochenende, aber eben nur eines von vielen.

„Wir haben gemeinsam mit unseren Partnern wirklich ein ganz tolles Programm zusammengestellt“, sagt Manfred Piana vom Märkte- und Aktionskreis City (MAC) den „Nachrichten“. Er freue sich über die gelungene Kooperation etwa mit der RWTH und dem Musikbunker, die die Bühne am Templergraben bespielt haben. „Dass die Bühne direkt vor das Hauptgebäude der Universität verlagert worden ist, hat sich durchaus gelohnt“, findet Piana.

Dicke Jacke, lockere Stimmung

Zufriedene Stimmen auch an den anderen Bühnen – zum Beispiel am Elisengarten: „Wir sind als Programmteam für die Elisengartenbühne sehr zufrieden“, sagt Rick Takvorian, der gemeinsam mit seiner Kollegin Ute Pennartz am Programm gestrickt hat. Schon der Auftakt am Mittwochabend, „Ricks Special“ im Franz, sei ein tolles Präludium zum Hauptprogramm gewesen.

Auch wenn am Sonntagnachmittag viele Festivalbesucher mit dicker Jacke in der Innenstadt unterwegs sind: Fröhliche, lockere Stimmung herrscht am Markt, am Katschhof und auf dem Münsterplatz dennoch. „Wettertechnisch sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen“, erklärt Manfred Piana erleichtert. Zwar sei die offizielle Eröffnung sehr verregnet gewesen, und das drücke schon auf die Stimmung. Das müsse man dann einfach abhaken.„Doch im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein. Sobald es trocken ist, kommen die Leute.“ Was ihn allerdings störe, sei die immer größer werdende Zahl von Besuchern des September Special, die mit eigener Verpflegung zu den Konzerten kommen. Dass Leute sich mit ganzen Bierkästen vor die Bühnen stellen anstatt ihre Getränke an einem der Stände zu kaufen, dafür habe er kein Verständnis.

„Man muss sich mal überlegen, was man möchte“, sagt Piana. Man wolle mit dem September Special ein attraktives, für den Besucher kostenloses Angebot machen. Aber: „Von nichts kommt nichts.“ Vor dem Riesenrad auf dem Katschhof haben sich, während im Hintergrund Kasalla spielt, Schlangen gebildet. Viele Besucher wollen Aachen aus anderer Perspektive erleben und steigen, mit Smartphone und Digitalkamera bewaffnet, in die Gondeln. „In diesem Jahr sind zum Glück alle Gondeln verglast“, meint Piana, „das ist bei dem Wetter auch besser so.“

Am Septembertermin fürs Festival will er übrigens nicht rütteln: „Wir haben schon sehr schöne Septemberwochen gehabt in den vergangenen Jahren“, sagt er. Und speziell in diesem Jahr wäre ja auch ein früherer Termin riskant gewesen. „Der ganze Sommer war ja durchaus wechselhaft.“

Aufs Wetter bezogen sagt Takvorian: „Ärgern könnte man sich schon ein wenig über das Wetter, wenn man sich denn ärgern wollte. Aber wozu?“ Eigentlich habe gerade der verregnete Anfang bewiesen, dass die Programmauswahl stimme. Das Publikum sei treu und neugierig, „denn trotz des Wetters kam im Laufe des Abends ein akzeptabel großes, begeistertes Publikum“, erzählt er. „Freitag und Samstag war pures Festivalfeeling mit mehreren Tausenden tanzenden Zuschauern“, sagt Takvorian.

Letztlich ist auch die Stadt nach den Worten von Stadt-Pressesprecher Bernd Büttgens sehr zufrieden mit der Resonanz. Am Sonntag kommen die Besuchermassen auf der Krämerstraße und den anderen Altstadtgassen nur langsam voran. „Ist ja fast wie beim Weihnachtsmarkt, und das im September“, sagt ein älterer Passant grummelig. Seine Frau knufft ihn in die Seite und erwidert: „Das ist doch gut!“ Dann hakt sie sich unter und geht, leicht im Takt schunkelnd, in Richtung Markt, wo gerade Kasalla ihr letztes Lied anstimmen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert