Am Büchel ist Geduld gefragt

Von: Gerald Eimer
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Widerstandsfähig: Allen bisherigen Neubauplanungen zum Trotz steht das Parkhaus Büchel immer noch. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Nun also der nächste Anlauf: Die städtischen Planungspolitiker haben am Donnerstag grünes Licht für einen bereits Anfang des Jahres angekündigten Städtebauwettbewerb für das sogenannte Nikolausviertel gegeben.

Er sieht eine weitreichende Umgestaltung des Planungsgebiets zwischen Kleinkölnstraße, Büchel und Mefferdatisstraße vor. Im Idealfall sollen im Sommer die Ergebnisse vorliegen, die dann auch den seit langem herbeigesehnten Abriss des maroden Büchel-Parkhauses zur Folge haben könnten.

Schon gibt Harald Baal, Vorsitzendes des Planungsausschusses (CDU), Autofahrern einen ironisch gemeinten Rat: „Wer im Weihnachtsverkehr gerne im Stau steht, sollte den Büchel noch in diesem Jahr ansteuern, nächstes Jahr könnte es zu spät sein.“ Doch derlei Abrissankündigungen hat das Parkhaus nun auch schon seit mehr als zehn Jahren überstanden. In der Zwischenzeit gab es viele Pläne, viele Projektideen und ein Kommen und Gehen der Investoren.

Aktuell zeigen die Aachener Projektentwickler Norbert Hermanns und Gerd Sauren größeres Intereresse an der Umgestaltung des Viertels, die zu diesem Zweck möglichst noch in diesem Jahr das Parkhaus hinzukaufen wollen. Ob dies so schnell über die Bühne geht, ist offen, denn noch gibt es durchaus unterschiedliche Interessenlagen zwischen Politik und Investoren-Duo.

Ein wesentlicher Konfliktpunkt ist der Ersatzwohnraum, der für das neue Einkaufszentrum „Aquis Plaza“ an der Adalbert­straße geschaffen werden muss. Das dort tätige Unternehmen Strabag wollte unter anderem 1200 Quadratmeter Wohnraum am Büchel errichten, und die Politiker würden diese Verpflichtung im Zuge des Parkhaus-Verkaufs nun auch allzu gerne an Hermanns und Sauren weitergeben. Doch die sträuben sich und berufen sich auf Verträge, wonach Ersatzwohnraum „innerhalb des Alleenrings“, nicht aber unbedingt am Büchel geschaffen werden müsse. „Dies würden wir eins zu eins unterschreiben“, sagt Hermanns.

In der Politik scheint hingegen die Sorge groß, dass der Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum in der Innenstadt am Ende gänzlich unerfüllt bleiben könnte. Denn für Investoren sind gewerbliche Flächen in zentraler Lage deutlich lukrativer als Wohnungen. Schon in der nächsten Ratssitzung am Mittwoch wollen die Politiker klarstellen, dass sie sich ihre Einflussmöglichkeiten nicht nehmen lassen wollen.

Wer zahlt die Zeche?

Kommentieren wollen die beiden Aachener Projektentwickler das Kräftemessen noch nicht. Hermanns: „Ich kenne die politischen Beschlüsse noch nicht.“ Begeistert scheint er von den Erwartungen der Politiker aber nicht zu sein. Er betont, dass ein städtebaulicher Wettbewerb nur Sinn habe, wenn am Ende auch jemand die Zeche für die Realisierung bezahlen könne. Die Aussage lässt erahnen, dass rund um den Büchel noch hart verhandelt wird und weiterhin viel Geduld gefragt ist.

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