Aachen - Am Bahnhof soll wirklich etwas passieren

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Am Bahnhof soll wirklich etwas passieren

Von: Heiner Hautermans
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Vermessungen: Das sind die ersten Vorbereitungen für den Umbau, der im Herbst dieses Jahres beginnen und etwa ein Jahr in Anspruch nehmen soll. Der Bunker an der Kasinostraße steht als Zeitzeugnis unter Denkmalschutz. Fotos (6): Harald Krömer Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein Hauptbahnhof ist die Visitenkarte einer Stadt. Das war immer schon so, wird so bleiben, und die Erkenntnis ist nicht gerade neu. In Aachen hat sich auf der Vorderseite auch schon einiges getan, der Vorplatz ist neu gestaltet, die Bahnhofstraße aufgehübscht. An allen anderen Seiten jedoch bietet das Viertel immer noch ein Bild des Jammers.

Ein abschreckender Tunnel, brachliegende Gelände, ein verfallender Bunker, alles im Radius von wenigen hundert Metern. Doch es ist viel im Fluss, neue Entwicklungen sind im Gang, die Christiane Melcher, Fachbereichsleiterin Stadtentwicklung, jetzt in der Sitzung des Mobilitätsausschusses darstellte: „Jetzt passiert wirklich etwas.“

Der Bunker an der Kasinostraße, über den die Zufahrt für den Südausgang des Hauptbahnhofs führen wird, soll zu Wohnungen umgebaut werden, berichtete Christiane Melcher. Betrieben wird das ungewöhnliche Vorhaben vom renommierten Architektur-Büro Kada Wittfeld. „Das ist für uns eine Superherausforderung, ich bin da total begeistert“, äußerte sich Gerhard Wittfeld gegenüber den „Nachrichten“. Neun Wohnungen sollen in dem Objekt geschaffen werden, inklusive eines Penthouse auf dem Dach.

Dringend benötigten Wohnraum zu schaffen, ein Denkmal zu erhalten und einen großzügigen Zugang zum Hauptbahnhof zu schaffen, schildert der Architekt das Spannungsfeld, in dem sich die Planer bewegen. Der Charakter des Bunkers, der nach dem Krieg noch lange als Notunterkunft gedient habe, solle erhalten bleiben, so wird die energetische Dämmung im Innern erfolgen. Baubeginn soll schon im Herbst sein, die Arbeiten werden etwa ein Jahr in Anspruch nehmen, sagt der geschäftsführende Gesellschafter. Er hat das Projekt schon auf einem Immobilienkongress in Berlin vorgestellt und ist auf Rieseninteresse gestoßen. „Davon gibt es ganz viele Gebäude in Deutschland und viele Anfragen, wie man damit umgehen kann.“

Unsicher ist, ob die vom Südausgang aus geplante Brücke über die Gleise kommen wird. Das Bauwerk kollidiert nämlich mit den Hauptstromleitungen, deren Verlegung noch einmal zu den Kosten des schon auf elf Millionen Euro geschätzten Vorentwurfs kommen würde. Man solle deshalb die schon vor Jahren angedachte Tunnellösung nicht aus dem Auge verlieren, riet Fachbereichsleiterin Melcher dem Ausschuss. Dies bedeutet, dass der vorhandene Durchgang unter den Gleisen nach Burtscheid weitergeführt würde. Zunächst einmal muss nun geprüft werden, ob das statisch überhaupt möglich ist und wie teuer diese Lösung würde. Bekanntlich soll der Hauptbahnhof zu beiden Seiten geöffnet werden, dies sah schon die aus 1998 stammende Rahmenplanung vor.

Dazu müsse aber auch das anschließende Wegenetz in Burtscheid aufgewertet werden, sagte Melcher weiter, etwa die nicht sehr ansprechende Kasinostraße. Dazu passt auch ein Vorhaben eine Ecke weiter, auf dem ehemaligen Telekom-Grundstück an der Burtscheider Straße. Auf den 5600 Quadratmetern will ein Investor aus Herzogenrath vier- bis fünfgeschossigen Wohnungsbau errichten, dutzende Wohnungen unterschiedlicher Größe in einem geschlossenen Block. Unterhalb davon, entlang der Bahngleise, soll ein Fuß- und Radweg angelegt werden, der auch den Südausgang des Bahnhofs erschließt.

Schon bekannt sind die Pläne für das „Blue Gate“ an der Zollamtstraße, eine Mischung aus Wohnungen, Büros, Hotel und Dienstleistungen in fünf Gebäuden auf einem Sockelgeschoss. Die Investoren hätten schon Grundstücke gekauft, berichtete Melcher, sie hoffe, dass das Projekt diesmal funktioniere, könne aber nicht dafür garantieren. Andere Anläufe waren gescheitert.

Der lange Atem

Wichtig sei der ICE-Haltepunkt, meinte Heiner März (SPD). Das sieht die Verwaltung genauso, entgegnete Beigeordnete Gisela Nacken: „Wir bleiben kontinuierlich dran.“ Gesprächsangebote aus Aachen würden positiv aufgenommen, immer wieder würden aber konkrete Termine von Eurostar und der deutschen Bahn (ICE) abgesagt. So traf die Schlussbemerkung von Gaby Breuer in vieler Hinsicht zu: „Manchmal muss man einen langen Atem haben.“

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