Aachen - Altes Verfahren auf moderner Maschine

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Altes Verfahren auf moderner Maschine

Von: Nina Krüsmann
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Sie freuen sich über die neue Siebdruckmaschine im Ludwig-Forum: (v l.) Die stellvertretende Museumsdirektorin Annette Lagler, Werkstattleiter Karl-Heinz Jeiter, Professor Helmut Jakobs, Dekan des FH-Fachbereichs Gestaltung, und Alexandra Knie, Lehrbeauftragte an der FH.

Aachen. Ein Siedruck-Kurs ist das neueste kreative Ergebnis der Kooperation des Fachbereichs für Gestaltung der Fachhochschule Aachen (FH) und mit dem Ludwig-Forum (Lufo). Bereits 2010 entwarfen Studierende verschiedene Produkte für den Museumsshop, die dann unter dem Titel „Lufo-Production“ ausgestellt wurden. Studierende erlernen darüber hinaus unter der fachlichen Anleitung von Künstlern verschiedene Arbeitstechniken.

Ein Laptop reicht nicht aus

Kürzlich schaffte die FH mehrere Maschinen und Werkzeuge zur Erstellung von Siebdrucken an, die jetzt in der Werkstatt des Museums stehen und unter anderem dem gemeinsamen Siebdruck-Kurs zur Verfügung stehen. „Die Kooperation mit dem Lufo hat eine lange Tradition. Wir freuen uns, die alte Siebdruckmaschine durch ein modernes Gerät ersetzen zu können und dieses gemeinsam, ökonomisch zu nutzen“, sagt Professor Helmut Jakobs, Dekan des FH-Fachbereichs Gestaltung. Ein Künstler brauche auch heute nicht nur einen Laptop, vielmehr sei es wichtig, den Gestaltungsprozess aktiv zu durchleben.

30 Studenten nehmen in diesem Semester an dem betreffenden Seminar teil und bevölkern freitags die Druckwerkstatt. Unter Anleitung von Werkstattleiter Karl-Heinz Jeiter sowie der Künstlerin und Lehrbeauftragten der FH Aachen Alexandra Knie entstehen fantasievolle Werke. Neben der Druckmaschine wurden eine UV-Lampe und ein Vakuumkopierer angeschafft. Alles steht dem Lufo dauerhaft zur Verfügung.

Ihren allerersten Siebdruck fertigte Knie im Alter von nur fünf Jahren in der Siebdruckwerkstatt ihres Vaters an. „Ich liebe es damit zu experimentieren und die Farben anzumischen“, sagt die Künstlerin. Im vergangenen Semester habe ein Student Tarot-Karten im Siebdruck komplett neu designt. „Es ist ein guter Lerneffekt, diese mit körperlicher Arbeit und viel Spaß verbundene Arbeit zu tun. Das ist nicht vergleichbar mit dem Design am PC“, betont Knie. Eine Idee für das neue Jahr ist ein Gemeinschaftsbuch, in dem jeder Student seine Werke auf einer Doppelseite präsentiert.

Dr. Annette Lagler, stellvertretende Museumsdirektorin, ist begeistert: „Toll, dass so viele kreative Köpfe bei uns arbeiten. Die Sammlung mit dem Schwerpunkt auf den 70er Jahren zeigt den Siebdruck in vielen Facetten. Neben Andy Warhol nutzte auch Robert Rauschenberg diese anonyme Handschrift.“ Als Kunsthistoriker muss man auch die Techniken beherrschen, das weiß auch Dekan Jakobs: „Um zum Beispiel Andy Warhols berühmte Suppendosen zu begreifen, braucht es Hintergrundwissen.“ Erst die Kenntnis des Siebdrucks erschließe den Zugang zu diesem Werk. „Die künstlerische Nutzung dieses Druckverfahrens braucht ihre Zeit, da ist viel Fingerspitzengefühl für nötig“, sagt Jakobs.

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