Altes Handwerk trifft auf frisches Design im „Tuchwerk“

Von: Martina Stöhr
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Vorfreude auf „purpur“: Zum 10. Mal präsentiert eine Designergruppe ihre Handwerkskunst im Tuchwerk am Strüverweg. Foto: Heike Lachmann

Aachen. „Toll, dass wir das geschafft haben“, meint Christoph Erhardt, einer der Organisatoren der 10. „purpur“-Ausstellung. Die Künstler sind stolz auf das Jubiläum und präsentieren auch diesmal wieder zeitgenössisches Handwerksdesign im traditionsreichen Ambiente des Textilmuseums „Tuchwerk“ am Strüverweg 116.

„Pures Material, feines Design und klare Gestaltung“ beschreibt laut Erhardt bis ins Detail genau, was die Besucher erwartet. Constanze Krög ist vermutlich die Ausstellerin, die die weiteste Anreise hatte. Sie kommt aus Österreich und stellt ihre in hoher Filzkunst entstandenen Textilien vor. „Ihre Arbeiten sind ganz sicher eines unserer Highlights“, meint Susanne Hinz vom Organisationsteam der Ausstellung.

Die Besucher finden Beispiele von Gewerken wie Textil, Beton, Stein, Holz, Floristik, Papier, Leder und Schmuck. Karin Habermann bietet mit ihren Keramiken einen Überblick über ihr experimentelles Schaffen. Bei ihr spielen unterschiedliche Materialien und vorsichtig eingesetzte Glasuren eine zentrale Rolle. Bei „Jottanddaughters“ kann man Taschen bewundern, die aus alten Teppichen oder Gobelins entstanden sind.

Überhaupt bietet die Ausstellung Produkte und Textilien, die man herkömmlicherweise eben nicht bekommt. Die Weberei im ersten Stock bietet zudem die Möglichkeit, zu sehen, wie kostbare Stoffe entstehen. Christoph Erhardt, Christoph Drießen und Ingrid Mertes sind die Fachleute, die wissen wie es geht. Da entstehen feine Stoffe, die als „Geschirrtücher“ eigentlich viel zu schade sind. Und Drießen führt vor, wie mit verschiedenen „Schäften“ am Webstuhl so etwas wie ein Fischgrätenmuster entstehen kann.

Im Hintergrund stehen bunte Farbspulen und auf den Webstühlen sind allerlei Stoffe in Arbeit. Die „Weberei“ ist eigentlich immer hier untergebracht und kann dienstags nachmittags besucht werden. Jetzt ist sie Teil der Ausstellung und ergänzt ganz wunderbar die präsentierten Textilien.

Christoph Erhardt ist gelernter Weber und hat sogar einen Meistertitel. „Es ist schön, dass die alten Handwerke durch die Neuordnung frischen Wind bekommen haben“, sagt er. Auch das Filzen gehört zu den Berufen, die heute noch gelernt werden können. Constanze Krög führt mit ihren Textilien aus Seide und Baumwolle vor, wie fein gefilzte Stoffe sein können.

Sehr bunte Ausstellung

In einer Präsentation im Café zeigen die Aussteller jeweils ein Stück ihrer Arbeiten. „Das wird eine sehr bunte Ausstellung“, ist Susanne Hinz überzeugt. Die Vielfältigkeit der Künstler soll so in komprimierter Form zum Ausdruck kommen. Dass sie auch diesmal mit ihrer Ausstellung in den Räumen des alten Tuchwerks in der Soers unterkommen konnten, freut die Künstlergemeinschaft „purpur“ ganz besonders.

Denn ein besseres Ambiente könnte es für die Handwerksdesigner kaum geben. Und dass sich „dieser Kulturstandort ständig im Wandel befindet“, kann Christoph Erhardt nicht schocken. Auch dann nicht, als das Konzept der Ausstellung im letzten Moment neu überdacht werden musste, weil die Halle nach hinten hinaus ein Stück gewachsen ist.

Die „purpur“-Ausstellung im Tuchwerk in der Soers, Strüverweg 116, ist am Samstag, 22. April, von 12 bis 19 Uhr geöffnet, und am Sonntag, 23. April, von 11 bis 18 Uhr.

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