Aachen - Altersresidenz Das Da Theater: Und was kommt 2068?

Altersresidenz Das Da Theater: Und was kommt 2068?

Von: Eva Onkels
Letzte Aktualisierung:
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Junges Ensemble, alte Charaktere: Beim Stück „Ewig Jung“ wird den Schauspielern des Das Da Theaters einiges abverlangt. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Wir haben uns mit „Ewig Jung“ einen kleinen Traum erfüllt“, erzählt Tom Hirtz, künstlerischer Leiter des Das Da Theaters. Schon als er das Musical, welches am Donnerstag, 15. März, in Aachen Premiere feiert, vor einiger Zeit in Hamburg am Thalia-Theater sah, damals unter dem Titel „Thalia Vista Social Club“ war klar: dieses Stück, ursprünglich von Musical von Erik Gedeon, wollte man nach Aachen holen.

Ewig jung, das sind gewissermaßen auch die Darsteller. 50 Jahre in der Zukunft, also 2068, ist das Das Da Theater geschlossen, die Räume dienen den letzten Ensemble-Mitgliedern als Altersruhesitz. Doch auch, wenn die Oberschwester (Julia Alsheimer) glaubt, dass sie ihre sieben Patienten mit infantilen Kinderliedern beglücken kann, steckt noch eine Menge Leben in den alten Knochen, was sich immer dann zeigt, wenn die Oberschwester mal das Zimmer verlässt. Dann wird die alte Bühne in Beschlag genommen und kräftig gerockt.

Wer andere Inszenierungen aus Hamburg, Berlin oder sogar Kopenhagen gesehen hat, weiß, dass das Stück meistens vor dem sogenannten Eisernen Vorhang spielt, der im Brandfall Bühne und Zuschauerraum trennen soll. Das Das Da Theater geht einen anderen Weg und greift auf ein acht Jahre altes Bühnenbild zurück: „Rinnsteinprinzessinen“. Gebaut wurde damals ein Bühnenbild, das eine eigene Bühne beinhaltet.

Das sorgt für einen spannenden Blick auf das Stück, das gleichzeitig auf mehreren Ebenen stattfindet. Die Zuschauer, die auf die reale Bühne blicken, die für die Charaktere im Stück dieselbe Bühne in 50 Jahren ist, und schließlich die Bühne auf der Bühne, um die die Oberschwester und die Senioren erbittert streiten. Für den jungen Cast, im Durchschnitt sind die Darsteller um die 30 Jahre alt, ist das Stück eine besondere Herausforderung.

Choreografin Heike Sievert erzählt, dass die Erfahrung der Körperlichkeit alter Menschen ein spannender Aspekt gewesen sei. Wie bewegt sich ein alternder Mensch? Was lassen die Knochen noch zu? Wo spielen die Gelenke vielleicht nicht mehr mit? Im Arbeitsprozess hätten sich aber „wunderschöne Sachen ergeben“ und die Spielfreude sei von Tag zu Tag gewachsen, auch wenn jeder Darsteller rund zweieinhalb Stunden in der Maske verbringen muss.

Viel Rock auf die Ohren

Wie gut die Umsetzung den Darstellern gelungen ist, kann man schon in den ersten paar Minuten des Stückes bewundern. Zitternd und mit Stock kommt Herr Steffen (Tobias Steffen) auf die Bühne und bringt gleich noch seinen Goldfisch mit, Herr Sachtleben (Malte Sachtleben) lässt sich mit letzter Kraft auf einen Stuhl fallen, nur um sich am Haltegriff wenig später mühevoll wieder in die Luft zu ziehen und Frau Winter (Regina Winter) und Herr Bittner (Maciej Bittner) laufen so herrlich steif, dass man meinen könnte, man hätte tatsächlich ein knapp 80 Jahre altes Ehepaar vor sich. Natürlich gibt es aber in „Ewig Jung“ vor allem viel Rock auf die Ohren von „I love Rock'n'Roll“ bis „I will survive“.

Die musikalische Leitung und auch das Klavier auf der Bühne übernimmt Christoph Eisenburger. Schon im Vorfeld ist das Stück sehr gut von den Aachener angenommen worden, schnell war klar, das mehr Termine her müssen. „Die Leute, die es sehen wollen, sollen es auch sehen können“, so Tom Hirtz. Es heißt also: Termine im Auge behalten, denn es werden im Laufe der nächsten Wochen noch weitere bekanntgegeben.

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