Aachen - Altersarmut an der Klagemauer: Sorgen in der Citykirche gesammelt

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Altersarmut an der Klagemauer: Sorgen in der Citykirche gesammelt

Von: Nina Krüsmann
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Andris Gulbins, Johannes Eschweiler und Wolfgang Cohnen (von links) stellen die Klagemauer vor, die noch bis zum 17. September in der Citykirche steht und dort auch während der Podiumsdiskussion der „Nachrichten“ am 12. September mit „Klagen“ bestückt werden kann. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die ersten leuchtend gelben roten und grünen Zettel hängen bereits an der Klagemauer in der Citykirche St. Nikolaus. Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Aachen möchte in Kooperation mit dem Bündnis für Arbeit und Menschenwürde mit dieser Aktion kurz vor den Bundestagswahlen herausfinden, wo den Aachenern der Schuh drückt.

„Altersarmut ist für uns das Thema bei den Bundestagswahlen, dem wir uns annehmen wollen. Das Thema brennt. Viele Menschen haben pure Angst was ihre Zukunft betrifft“, betont Referent Andris Gulbins, Leiter des Bildungswerk der KAB Aachen und Mitglied im Bündnis für Arbeit und Menschenwürde. „Sie planen Deine Altersarmut!“ lautet der provokante Titel der bundesweiten Kampagne der KAB.

Dieses Bündnis ist ein regionaler Zusammenschluss kirchlicher und nichtkirchlicher Organisationen zwischen Aachen und Krefeld und möchte die Klagen vieler Menschen aus dem rein Privaten herausholen und öffentlich und damit politisch machen. „Wir möchte gerne mit den Bürgern über das Instrument der Klagemauer ins Gespräch kommen“, erklärt Johannes Eschweiler Betriebsseelsorger und Mitglied im Bündnisrat der KAB.

Konkrete Anliegen sind bereits formuliert und hängen an der Klagemauer. Die gerechte Anerkennung von Familienarbeit und Pflege, soziale Gerechtigkeit sind das Thema. Auch Notizen wie „Ein Kind sollte Kind sein dürfen“ oder „Man kann von der Rente nicht leben“ sagen viel aus über die Missstände in der Gesellschaft, wie Eschweiler betont. Er ist gespannt, was die Aachener und Aachenerinnen bis zum 17. September noch an die Wand pinnen werden.

„Der Wahltag ist natürlich ein wichtiger Termin, um Aufmerksamkeit zu schaffen. Für uns geht die Arbeit aber danach weiter und wir hoffen, dass die neue Bundesregierung dann ein Ohr für die Anliegen der Menschen hat“, betont Johannes Eschweiler.

Angst, Resignation und Sprachlosigkeit seien zum Beispiel im Gespräch mit Leiharbeitern an der Tagesordnung, wie Wolfgang Cohnen vom Referat für Arbeitslosenarbeit im Bistum Aachen, weiß. „Wer seine Betroffenheit hier an der Klagemauer formuliert und die Zettel der anderen sieht, erkennt, dass er nicht alleine mit seinen Sorgen ist“, betont Cohnen.

Schon länger macht die KAB mit dem sogenannten Cappuccino-Modell, das sich aus drei Schichten zusammensetzt, auf das Problem der Altersvorsorge aufmerksam. Der Espresso ist die Sockelrente, der Milchkaffee die Erwerbstätigenversicherung und der Milchschaum die betriebliche und private Altersvorsorge. „Die alte Tugend, dass Fleiß sich auszahlt, wirkt nicht mehr. Dieser Wert zerbricht“, erklärt Wolfgang Cohnen den Hintergrund der Unzufriedenheit vieler Bürgerinnen und Bürger.

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