Alter Tivoli soll der Alemannia helfen

Von: Gerald Eimer
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Das neue Stadion und sein Umfeld: Geht es nach dem Willen der SPD wird sich dieser Blick aus dem vergangenen Jahr den Aachenern noch etwas länger bieten. Um die in Geldnöten steckende Alemannia von Millioneninvestitionen zu entlasten, schlägt sie vor, den alten Tivoli vorerst nicht abzureißen und für die Amateurmannschaft zu erhalten. Die vorhandenen Trainingsplätze könnten zudem den Jugendmannschaften zur Verfügung gestellt werden. Rund eine Million Euro für ein neues Amateurstadion und weitere Ausgaben für neue Trainingsplätze auf dem Dach des Parkhauses könnte Alemannia sich vorerst sparen. Foto: Günther Paulsen

Aachen. Während die Fraktionsspitzen noch gespannt auf den Rettungsplan für die klamme Alemannia warten, den Oberbürgermeister Marcel Philipp, CDU, am Donnerstag im Rathaus vorstellen will, bringt die SPD eine weitere Idee ins Gespräch, um den angeschlagenen Zweitligisten zu entlasten.

Sie regt an, den alten Tivoli vorerst stehen zu lassen und ihn samt der noch vorhandenen Nebenplätze den Amateuren und dem Nachwuchs weiter zur Verfügung zu stellen.

Die Vorteile lägen auf der Hand, wie SPD-Chef Karl Schultheis, Fraktionschef Heiner Höfken und Planungspolitiker Norbert Plum erläutern. Weitere Investitionen könnten Alemannia Aachen in „einer schwierigen Situation” zumindest vorübergehend erspart werden.

Wie berichtet, lastet auch der Bau eines neuen Amateurstadions und neuer Trainingsplätze schwer auf dem Verein. Rund eine Million sind alleine für das Amateurstadion veranschlagt - Geld, das man vorerst sparen könnte, wie Schultheis meint. „Wir haben die Anlagen.”

Luft verschaffen

Gemeinsam mit Höfken und Plum plädiert er daher dafür, den eigentlich für 2011 geplanten Abriss des alten Tivoli zu verschieben. Die Stadt müsste dafür zunächst auf Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf verzichten, was die SPD für verkraftbar hält. Es gehe schließlich nicht um eine dauerhafte und endgültige Lösung, sondern nur um einen Beitrag, der der Alemannia Luft verschafft und den Politikern Zeit gibt, ein „nachhaltiges Konzept” zu erarbeiten.

Derzeit läuft bereits die europaweite Ausschreibung für das Gelände an der Krefelder Straße, auf dem eine neue Wohnsiedlung mit Hotel und Geschäften geplant ist. Rund elf Millionen Euro hofft die Stadt mit dem Grundstücksverkauf erzielen zu können. Ob das gelingt, sei völlig offen, meint Plum. Ein Moratorium für den Abriss des alten Tivoli wäre für die Stadt „sozialverträglich machbar” und würde der Alemannia in mehrerlei Hinsicht helfen.

Andere Vereine entlasten

Der Verein könnte nicht nur Geld sparen, er müsste auch nicht die Bauphase für neue Anlagen überbrücken: Vor allem die Jugendmannschaften der Alemannia trainieren schon jetzt auf Plätzen im gesamten Stadtgebiet und belasten damit andere Vereine, meint Plum. „Das könnten wir verhindern.”

Ob dieser Vorschlag in eine Gesamtlösung für Alemannia Aachen eingeht, könnte sich bereits am Donnerstagabend zeigen. Für 18 Uhr hat OB Philipp die Vorsitzenden aller Fraktionen eingeladen, um die Vorschläge der Verwaltung vorzustellen. Im Gespräch ist eine millionenschwere städtische Bürgschaft für den Zweitligisten, der sich nach eigenen Angaben beim Bau des neuen Stadions um rund drei Millionen Euro verkalkuliert hat. Zudem würden rund 2,5 Millionen für den Bau von Nebenanlagen fehlen.

In allen Fraktionen tun sich die Politiker schwer mit Hilfszusagen - nicht zuletzt weil auch die Informationspolitik der Alemannia aus ihrer Sicht schwer zu wünschen übrig lässt. Genaue Zahlen über die wirtschaftliche Lage fehlten bislang ebenso wie eine solide Kalkulation für die Zukunft.

Gelegenheit, offene Fragen zu klären, haben die Politiker offenbar am Wochenende. Denn überraschend hat OB Philipp am Mittwoch einen weiteren Termin in Sachen Alemannia für Samstag, 14 Uhr, anberaumt - dann mit den Vereinsspitzen.

Am Mittwoch, 21. April, soll der Rat in nichtöffentlicher Sitzung über eine städtische Unterstützung entscheiden. Ob es dafür eine politische Mehrheit gibt, ist längst nicht ausgemacht.
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