Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Alter Boulevard soll wieder was hermachen

Von: Werner Czempas
Letzte Aktualisierung:
luetticher_bu
Die Lütticher Straße soll nach dem Umbau wieder richtig was hermachen - mit mehr Schutz für Radfahrer, mehr Bäumen und mehr Aufenthaltsqualität. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sie ist eine der schönsten Straßen in Aachen, aber auch eine der ältesten. So ist die Lütticher Straße in die Jahre gekommen. „Großen Erneuerungsbedarf” registrieren nicht nur die Fachleute für den Prachtboulevard.

Zwischen der Schanz und dem Brüsseler Ring muss er erneuert werden. Über das Wie und Wann tauschten sich Mitarbeiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen unter Abteilungsleiter Uwe Müller mit den Anwohnern aus.

Die mehr als 120 erschienenen Bürger erlebten in der Aula des Couven-Gymnasiums an der Lütticher Straße denn auch eine Info-Veranstaltung, wie sie mustergültiger kaum sein kann. Wesentlichen Anteil hatte dabei Architekt Harald Heinz vom Aachener Büro HJPplaner, ein bundesweit renommierter Stadtentwickler, dessen Ideen auch bei der Neugestaltung Berlins hoch geschätzt werden. Seine Pläne für die Lütticher erläuterte er begeistert und begeisternd.

Sieben Ziele werden mit dem Umbau der Lütticher Straße verfolgt: die Sanierung der schadhaften Straße, ein zu beiden Seiten zwei Meter breiter und möglichst durchgängiger Schutzstreifen für die Radfahrer, eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität, breitere Seitenräume - insbesondere im Geschäftsviertel vor der Schanz, die Erhaltung der Parkplätze, die Beibehaltung der Verkehrsfunktion - vor allem im Ringversatz Brüsseler Ring/Amsterdamer Ring, eine Ergänzung des prägnanten Baumbestandes.

Seltene Wohnbebauung

Abschnitt für Abschnitt erläuterte Harald Heinz mögliche Varianten. Im Geschäftsviertel an der Schanz beispielsweise sei zwischen den bisherigen „Senkrechtstellplätzen” oder „Längsstellplätzen” oder einer „asymmetrischen Kombination” abzuwägen, was auch einen Wegfall von Parkplätzen bedeuten könne. Vor der „sehr schönen und seltenen Wohnbebauung” in Höhe der Körnerstraße könnten wieder wie ursprünglich Vorgärten angelegt werden, ein Vorschlag, für den es starken Applaus gab.

An der Ecke Körnerstraße/Limburger Straße könne der hässliche Wendehammer zurückgelegt werden, wodurch sogar noch ein Grundstück für ein modernes Terrassenhaus geschaffen werde. Für die „Promenade” ab Körnerstraße mit ihrer markanten Baum-Doppelreihe („eine Allee in der Allee”) lieferte Heinz von der „wassergebundenen Decke” bis hin zum totalen Grün gleich vier Varianten. „Etwas Besonderes” soll dadurch erreicht werden, dass die Baumallee von unten her beleuchtet wird.

Einschneidende Veränderungen sind für den Abschnitt ab Sanatoriumstraße angedacht. Die heutige oftmals chaotische Situation vor allem vor dem Couven-Gymnasium soll durch eine Mittelinsel mit einer Bushaltestelle zu beiden Seiten der Straße und einer Querung verbessert werden.

Ein Vorschlag, der wegen zu befürchtender Staus zwar viel Kritik fand („Warum die Haltestelle nicht wie bisher vor der Sanatoriumstraße an der Mauer des Franziskus-Krankenhauses belassen?”), von Heinz aber als von der Forschung ob der größeren Verkehrssicherheit vor Schulen als „die Musterlösung” verteidigt wurde. Als „hervorragende Idee” beklatscht wurde der Vorschlag eines Anwohners, den Eingang des Gymnasiums in die Hohenstaufenallee zu verlegen. Heinz zeigte sich aufgeschlossen; mit der Schule sollen Gespräche geführt werden.

Ohne Schwierigkeiten, so Heinz, könne im Teilstück Hasselholzer Weg/Amsterdamer Ring der Radweg auf die Fahrbahn verlegt werden, um einen breiteren Gehweg schaffen und Bäume zwischen den Parkplätzen pflanzen zu können. An der Kreuzung Amsterdamer Ring/Hohenstaufenallee sollen die jeweiligen freien Rechtsabbieger wegfallen. Der stark befahrene städtebaulich schöne Abschnitt (Ringversatz) bis zum Brüsseler Ring mit der stadtauswärts prägnanten Stützmauer rechts soll zwar vierspurig bleiben, durch zwei gegeneinander versetzte und bepflanzte Mittelinseln aber verkehrsberuhigt werden.

Die Verkehrssicherheit, die Radstreifen, die Mittelinseln, der zunehmende Lkw-Verkehr als Schleichweg von der Autobahn in die Niederlande, der Lärmschutz, das Parken, befürchtete Rückstaus an der Schanz und vor dem Gymnasium, die Bushaltestellen, die Grundstückszufahrten - vielfach die Themen in der Diskussion.

Der Umbau der Lütticher Straße soll nach der Baumaßnahme Boxgraben laut Zeitplan Ende 2010 beginnen, „eher aber erst im Frühjahr 2011”, so Uwe Müller. Es wird weitere Bürgerversammlungen geben. Die gesetzlich vorgeschriebenen Anliegerbeiträge werden für ein etwa 300 Quadratmeter großen Grundstücks auf höchstens 2000 und 2500 Euro geschätzt. Ralf Niederhäuser, Abteilungsleiter der Bauverwaltung: „Machen Sie sich keine Sorgen - aber fangen Sie schon an zu sparen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert