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Alte Ölmühle wird umgebaut

Von: Heiner Hautermans
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Wird großflächig umgebaut: die ehemalige Färberei Fußgänger an der Schurzelter Straße in Laurensberg. Das dreigeschossige Hauptgebäude stammt aus dem Jahr 1842, das danebenliegende zweigeschossige Gebäude ist älteren Datums. Foto: Harald Krömer

Aachen. Es ist ein Trend, der nicht nur in Aachen und im gesamten Grenzgebiet anhält, sondern wahrscheinlich in ganz Europa vorherrscht: Ehemalige Herrenhäuser, Bauernhöfe oder Fabriken, die teilweise lange Zeit leerstanden, werden zu neuem Leben erweckt.

Dieses Schicksal wird jetzt auch der Oberen Schurzelter Mühle zuteil, älteren Laurensberger besser als „Färberei Fußgänger” im Gedächtnis.

Das zu einem großen Teil seit Jahren leerstehende, ineinander verschachtelte Gebäudeensemble wird jetzt von einer Aachener Firma umgebaut.

„Wohnen und arbeiten in der Ölmühle” heißt es verheißungsvoll auf dem Baustellenschild, das damit auf die bis ins 17. Jahrhunderte reichende Vergangenheit des Ensembles hinweist.

Vor gut 300 Jahren befand sich nämlich an der Stelle zunächst eine Kupfermühle, in der aus Messingrohlingen Gefäße gehämmert wurden.

Später wurde daraus eine Ölmühle, in der pflanzliche Öle gewonnen wurden, 1842 erfolgte ein Umbau zur Spinnerei samt Einbau einer Dampfmaschine, 1871 kam die Textilfärberei dazu.

Von 1891 bis in die 1970er Jahre befand sich dort die Färberei Fußgänger, die die mit Farbbrühe verschmutzten Abwässer vor dem Einleiten in den Wildbach zu säubern, zumindest optisch aufzubessern versuchte, wie Schüler des Kaiser-Karls-Gymnasiums 2003 in einem Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalhilfe herausfanden.

Wildbach wichtig

Die Aachener Gewerbelandschaft war nämlich über mehrere Jahrhunderte bestimmt durch die Textilindustrie, die Bäche in und um Aachen dienten nicht nur als Energieträger, sondern waren auch wegen des geringen Härtegrades des Wassers ein wichtiger Faktor für die Standortwahl.

Besonders viele Stauweiher, Mühlengräben und Fabrikgebäude befinden sich am 5,3 Kilometer langen Wildbach in Laurensberg.

Nun also rücken die Handwerker in der ehemaligen Kupfer- und Öhlmühle an. Sechs Einfamilienhäuser werden dort entstehen, alle rund 110 Quadratmeter Wohnfläche groß.

Auf 1800 Quadratmetern sollen repräsentative Büroflächen, darüber hinaus noch 730 Quadratmeter Lagerflächen entstehen. Wobei es nur wenige hundert Meter weiter an der Schurzelter Straße vor Jahren schon einmal eine geglückte Metamorphose eines alten Industriegebäudes gegeben hat: Das arg heruntergekommene Gut Schurzelt wurde in ein kleines Paradies für 17 Familien umgewandelt, die dort auf Initiative eines Architektenpaares Eigentum kostengünstig erwerben konnten.
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