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Als deutsche Soldaten in Belgien einmarschierten

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
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Auch „Der eiserne Roland“ ist im Internationalen Zeitungsmuseum in der Pontstraße zu sehen. Museumsleiter Andreas Düspohl erklärt, welche Rolle die Figuren im Ersten Weltkrieg spielten. Foto: Harald Krömer

Aachen. „Ganz Aachen blickt in diesem Jahr zwar auf Kaiser Karl, die Welt jedoch auf den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren“, sagt Andreas Düspohl, Leiter des Internationalen Zeitungsmuseums (IZM).

Weil vor allem Aachen eine zentrale Rolle als nächste Großstadt zum vom Deutschen Reich überfallenen neutralen Königreich Belgien spielte, eröffnet das IZM an der Pontstraße 13 heute Abend um 19 Uhr eine Ausstellung zum Thema „Der Erste Weltkrieg – Ausbruch und Auftakt“. „Immerhin, über die Lütticher Straße sind Hunderttausende von Soldaten, dem Schlieffen-Plan folgend, nach Belgien einmarschiert“, erinnert Düspohl. Die Ausstellung ist bis Ende des Jahres zu sehen, immer dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

In Belgien hätten die deutschen Truppen schon ziemlich zu Kriegsbeginn Gräueltaten begangen. Düs­pohl: „Deutsche Truppen verübten am 23. August 1914 das Massaker von Dinant und töteten dabei 674 Zivilisten. Zugleich wurden von den 1800 Häusern der Stadt rund 1100 bis 1300 zerstört. Das Vorgehen der deutschen Truppen zu Beginn des Ersten Weltkriegs erfolgte während ihres Marsches durch Belgien. In der Zeit vom 21. bis 23. August 1914 wurden in Tamines, heute Sambreville, in der Wallonie 384 Zivilisten ermordet.“ Dies trug zur weltweiten anti-deutschen Stimmung bei und unterstützte gerade in Großbritannien die Bereitschaft, in den Krieg einzutreten.

Etwa 50 Exponate hat Ausstellungskuratorin Erika Haase zusammengestellt, darunter alte Zeitungstitel und Aufrufe der deutschen Besatzungstruppen an die belgische Zivilbevölkerung. „Die lesen sich, als ob Belgien eine deutsche Kolonie war“, kommentiert Düspohl. Er erläutert, dass das Zeitungsmuseum mehr als 20.000 Zeitungen über die Zeit des Ersten Weltkrieges besitze. „Allerdings muss man auch bedenken, dass seinerzeit ein Titel bis zu sechs Ausgaben pro Tag hatte.“

In der Ausstellung selbst sind auch einige Feldpostbriefe zu sehen. Rund 18 Milliarden Feldpostbriefe wurden von den an den Fronten kämpfenden Soldaten ins Deutsche Reich geschickt. Der Museumsleiter dankt Schülerinnen und Schülern des Kaiser-Karls-Gymnasiums, die das Schicksal des KKG-Absolventen Peter Wamich ausführlich dargestellt haben. Auch der Sammlung Crous spricht Düspohl seinen Dank aus, die viele Postkarten aus der Zeit zwischen 1914 und 1918 aus ihren Beständen zur Verfügung gestellt hat.

Ein besonderes Detail ist ebenfalls in der Ausstellung zu bewundern: der Eiserne Roland. „In vielen Städten standen überlebensgroße Figuren, in die gegen Gebühr Eisennägel geschlagen wurden. Die Gebühren waren für die Frontsoldaten bestimmt“, sagt der Museumsleiter.

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